Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Kindergarten vs. Meinungsfreiheit?

15.11.2018, Haiko Hoffmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Wie im Kindergarten"
im Rostocker Blitz vom 11.11.2018

Sehr geehrter Herr Anonymus! Es ist wohl meine „morgenländische Gesinnung“, die mir gebietet, meinen Mund aufzumachen, wenn ich es möchte und für nötig halte. Das können Sie getrost mir überlassen. Dazu bedarf ich keiner Gouvernante. Und auch nicht alle anderen Leser einschließlich des Herrn (mit n) Gutz. Denn auch diese dürfen gottlob immer noch selbst entscheiden, ob und was sie nervt oder nicht. Und Ihre „abendländische Gesinnung“ gebietet es Ihnen, gleich persönlich zu werden und dennoch in feiger Anonymität zu verharren aus Angst vor dem Kerl mit der „morgenländischen Gesinnung“, den Sie auch noch vorgeben zu kennen?

Und da Sie anscheinend Herrn (mit n) Gutzens Auffassungen teilen und meine Unrecht nennen, könnte man Sie fragen, wie Sie zum Grundgesetz stehen, wie Sie zur Demokratie stehen, wie Sie zu rassistisch-völkischen Äußerungen stehen, die Herr Gutz (nun ohne n) schwarz auf weiß von sich gegeben hat. Wenn Grundgesetz und damit einhergehende Demokratie in Ihren Augen nicht wert sind, geschützt zu werden, und wenn rassistisch-völkische Aussagen des Herrn Gutz (wieder mit n) nach alledem kein Unrecht seien, dann bin ich in Ihren anonymen Augen gern im Unrecht. Denn Leute, die Demokratie verachten, das Grundgesetz nicht anerkennen und rassistisch-völkisches Gedankengut teilen, neigen dazu, Unrecht in Recht zu verdrehen, Recht aber Unrecht zu nennen. Das sagt mir meine „morgenländische Gesinnung“. Und auf die bin ich, auch begrifflich, Dank Ihrer Ausfälle inzwischen richtig stolz. Und das überhaupt nicht anonym.

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