Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Keine Unterschiede zwischen Ost- und West-Mindestlohn

26.11.2013, Deutscher Gewerkschaftsbund Region Rostock-Schwerin

Auch Herr Eckhard Rehberg, MdB, bemüht wieder das Mantra vom Arbeitsplätze vernichtenden Mindestlohn in den Medien der letzten Tage – ohne konkrete Belege. Ängste schüren sind hier fehl am Platz erwidert der Regionsgeschäftsführer des DGB in Rostock. 23 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Differenzierungen beim Mindestlohn zwischen Ost und West inakzeptabel. Schließlich hat man bei den Tarifverträgen im Schnitt aller Branchen für den Osten mittlerweile 97 Prozent des Westniveaus erreicht. Zurecht, denn die Lebenshaltungskosten haben sich angeglichen, so Fröde. Und die Mehrwertsteuer ist in Rostock ja auch nicht niedriger als in Stuttgart, nur weil die Kaufkraft im Osten geringer ist. Verkehrte Welt: Weil in Mecklenburg-Vorpommern rund ein Viertel der Beschäftigten von einem Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro profitieren würden muss was falsch sein am Mindestlohn, so die Logik von Herrn Rehberg, der nur die Wirtschaft im Blick hat. Zum einen ist es ein Armutszeugnis für ein so reiches Land wie Deutschland, dass in weiten Teilen des Landes 25 Prozent der Menschen noch nicht ein mal 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Ihnen dann zuzurufen, dass sie sich auch weiter bescheiden sollen, weil sonst ihr nicht Existenz sichernder Arbeitsplatz wegfallen könnte ist zynisch. Es handelt sich schließlich um ein Minimum zum Leben. Herr Rehberg favorisiert im Gegenzug weiter eine Vielzahl an Geschäftsmodellen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich mit Steuermitteln über Hartz IV die Personalkosten subventionieren lassen.

 

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