Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Kein Redeverbot

05.06.2018, Willi Lauterbach, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Gesudel"
im Schweriner Blitz vom 05.06.2018

Leider hat Herr Voigt sein Alter nicht angegeben, sonst könnte man ihm die Unreife seiner dreisten Äußerungen nachsehen. Sir Walter Scott (schottischer Schriftsteller) schreibt in einem seiner vielen bedeutenden Romane über einen alten Mann der durchs Land zieht, und die Schrift auf den Grabsteinen seiner einstigen Kampfgefährten nacharbeitet, damit sie lesbar bleiben. Sie waren im Kampf für eine gerechte Sache gefallen. Sozialisten, Herr Voigt, müssen sich nicht dafür rechtfertigen, dass sie nach der verbrecherischen deutschen Kriegsführung und dem Völkermord eine Welt ohne Krieg und ein Gesellschaftssystem ohne Kriegsgewinner anstrebten. Herr Voigt, denken sie einmal darüber nach, warum antifaschistische deutsche Exilschriftsteller 1945 in die Ostzone kamen? Alfred Döblin wurde im Westen von Benn und Jünger verleumdet und am veröffentlichen gehindert. Kritikwürdiges passierte im Westen mit der Hofierung der Nazis und der Verfolgung der Kommunisten auch. Die deutschen Sozialisten wissen um ihre Niederlage im Kalten Krieg und auch um ihre Fehlleistungen. In Schriften der Linken ist das nachzulesen. Redeverbot lassen wir uns von Ihnen, Herr Voigt, nicht erteilen.

Willi Lauterbach, Schwerin

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.