Mecklenburger Blitz Verlag

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Kahlschlag im Kringelgrabenpark in der Südstadt

01.12.2017, Elke Block, Rostock

Seit dieser Woche werden im Kringelgrabenpark, Höhe Tychsenstr., in der Südstadt Rodungen vorgenommen, denen man nur mit Wut begegnen kann. Da werden großflächig gesunde Bäume, junge Bäume mit Stumpf und Stiel gefällt. Vor zwei Tagen konnte man auf einer Bank unter Bäumen sitzen, jetzt steht die Bank alleine da, links und rechts in der gesamten Länge gibt es keinen einzigen Baum mehr. Das alleine reicht noch nicht, nein, 75 m weiter wurde eine große Schneise in ein Birkenwäldchen, was sich am Park anschließt, geschlagen und Birken einfach zersägt. Und auch das reicht noch nicht. Ein Stück weiter sind alle jungen gesunden Bäume, die in 30 - 40 Jahren den Park ergänzen und alte Bäume ersetzen würden, nicht mehr da. Und dies in einem Park, der laut Hinweisschild vom Oberbürgermeister als schützenswerte Grünanlage benannt wird. Angeblicher Grund ist ein Mehrgenerationenspielplatz, für den man wahrscheinlich unendlich viel Freiraum braucht. Aber es gibt in unserem Park genug große Wiesen und Rasenflächen, da kann ein ganzes Fitnessstudio hingestellt werden. Aber für ein paar Spielgeräte muss eine riesige Baumfläche herhalten. Also einfach über den Schutzstatus hinwegsetzen, der Ortsbeirat hat es mit abgenickt. Liegt denen also so wenig am Erhalt unseres Parkes, der in den letzten 40 bis 50 Jahren wirklich schön gewachsen ist und noch in weiteren 40 Jahren als Park Bestand haben soll. Aber unsere Naturflächen, unsere kleinen Parks zu erhalten, das sollte so wichtig sein, damit unsere Kinder und Enkelkinder in einer gesunden, natürlichen Umwelt aufwachsen können. Es gibt keine, aber auch gar keine Rechtfertigung dafür, Unmengen an Bäume zu fällen, um Riesenplatz für kleine Sportgeräte zu schaffen. Aber wozu brauchen wir Bäume? Für gesunde Luft? Nein, unsere Kinder lieben Abgase, Feinstaub, Dreck und Lärm. Und die Tiere, die in unserem Park zu Hause sind, sind natürlich auch nicht mehr so wichtig, denn Schmetterlinge z. B. sieht man eigentlich auch nur noch in Schmetterlingshäusern, Sportgeräte und Spielgeräte inmitten von Blühwiesen in einem Park mit schattenspendenen Bäumen, wenn es im Sommer heiß ist, das wäre der richtige Weg gewesen. Und jeder hätte seine Berechtigung. Aber zeige mal Blinden die Schönheiten der Welt. Und erkläre Taubstummen die Notwendigkeit zum Erhalt unserer Parkanlagen. Das macht nur wütend.

 

 

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