Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Jüdische Gedenkstätte in Berlin besucht

13.07.2012, Beate Berndt

Das achte Schuljahr ist für viele Mädchen und Jungen ein Meilenstein auf dem Weg zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Sie interessieren sich zunehmend für aktuelle Probleme und setzen sich kritisch mit ihrer Lebenswelt auseinander, um individuelle Ansichten und Meinungen zu bilden. Sie erscheinen uns Erwachsenen oft als unangepasst, rastlos und anstrengend. Gleichzeitig beobachten wir aber auch ein reges Interesse auf verschiedenen Gebieten und eine große emotionale Ansprechbarkeit. Gerade letzteres spricht dafür, dass wir unser jährliches Antifaschismusprojekt an der Regionalen Schule »Prof.-Gustav- Pflugradt« immer für die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen durchführen, auch wenn das Thema Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht erst in den folgenden Schuljahren ausführlich behandelt wird. Der Besuch des »Denkmals für die ermordeten Juden Europas« und die Auseinandersetzung mit den in der Ausstellung dargebotenen Text-, Bild- und Tondokumenten soll berühren und Betroffenheit auslösen. Erste Kenntnisse über die Zeit des Nationalsozialismus und die davon ausgehende systematische Zerstörung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung werden über Einzelschicksale emotional erlebbar. Wir Deutsch- und Geschichtslehrer möchten erreichen, dass sich unsere Schüler mit der Thematik auseinandersetzten und zu der Einstellung gelangen, dass faschistisches Gedankengut oder eine Verharmlosung der begangenen Verbrechen auf keinen Fall akzeptiert werden darf. Das Antifaschismusprojekt, zu dem der Gedenkstättenbesuch und die Behandlung des »Tagebuches der Anne Frank« gehören, wurde von allen Teilnehmern sehr bewusst aufgenommen. Angeregte Diskussionen in den Klassen und Fragen während des Rundganges durch die Ausstellung und das Stelenfeld trugen zum besseren persönlichen Verständnis bei. Nach Arbeitsaufträgen und einer interessanten Führung blieb auch noch etwas Zeit, Berlin auf eigenen Wegen zu erkunden. Ermöglicht wurde diese Projektfahrt durch Fördermittel des Europäischen Sozialfonds und einen Eigenanteil der Eltern. Im Namen aller Teilnehmer bedanken wir uns ganz herzlich für diese Unterstützung.

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