Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Jeder nach seiner Facon

13.07.2015, Dr. Hans Bomke, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Schon wieder Religion, Religion ist Ansichtssache"
im Schweriner Blitz vom 13.07.2015

Zu »Schon wieder Religion«, Blitz vom 5. Juli und »Religion ist Ansichtssache«, Blitz vom 12. Juli.

Wenn es mit den Religionsthemen im Blitz so weitergeht, sollte bald ein Religionswissenschaftler zu Wort kommen. Er könnte überzeugend etwas zur wissenschaftlichen Erforschung der Religionen sagen, bestehend aus Religionsgeschichte, -phänomenologie, -psychologie, -soziologie, systematischer und vergleichender Religion. Doch Spaß beiseite. Ein Leser wies auf die Bemerkung von König Friedrich II hin, jeder sollte nach seiner Facon leben dürfen. Dieser Auffassung des Königs, Vertreter eines »aufgeklärten Absolutismus«, kann sich eigentlich jeder anschließen, meine ich. Verweisen möchte ich außerdem auf die Ringparabel in »Nathan der Weise« von Gotthold Ephraim Lessing, gerichtet gegen religiöse Intoleranz. Meine Auffassung ist: weniger der Inhalt der Religion ist ausschlaggebend, sondern wie die Völker mit ihnen umgehen. Ob idealistische oder materialistische Weltanschauung - es kommt auf die Menschen an, was sie daraus machen. »Ein feste Burg ist unser Gott«, heißt es im Kirchengesangbuch, »es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun« in der »Internationale«. Sein Heil muss jeder für sich allein finden.

Dr. Hans Bomke, Schwerin

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