Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Jede Sache hat zwei Seiten

16.01.2017, Hans Jürgen G., Rostock
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Es gibt nicht nur eine Wahrheit"
im Schweriner Blitz vom 25.12.2016

Mich hat der Leserbrief von K.-H. Fehrmann sehr bewegt, weil ich seiner Meinung auch aus persönlicher Erfahrung zustimmen kann. Als die US-Truppen am 2. Mai 1945 unser Dorf im Klützer Winkel erreichten, hatten wir zunächst die Befürchtung, als wir den weißen Stern am Schützenpanzer sahen, es sind die gefürchteten Russen, doch es waren die Amerikaner. Sie aßen zu unserer Verwunderung Weißbrot. Wir kannten doch nur Vollkornbrot. Als ich einen Soldaten um Schokolade und Weißbrot bat und er meinen kleinen Dackel sah, wollte er diesen dafür haben. Wir wurden uns nicht einig, denn wie konnte ich meinen lieben Hund weggeben. Ein anderes Erlebnis hatten wir Kinder im Dorf wenige Wochen später, als die sowjetischen Truppen das Gebiet zwischen Wismar und Lübeck entsprechend der Vereinbarungen zwischen den Siegermächten einnahmen und dabei durch den Klützer Winkel marschierten. Bei einer Rast auf dem Bauernhof des Dorfes Reppenhagen, saßen Soldaten um ein kleines Feuer und aßen Brot und Speck. Als wir Kinder uns ihnen neugierig näherten, gaben sie uns unaufgefordert von ihrem Brot ab. Vor Freude holte ich ihnen aus unserem Garten Tabakblätter. Sie nahmen die Blätter und rösteten sie auf einem Stück Blech und danach erlebten wir das Drehen einer Papirossi.

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