Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Jährliches Störfeuer

25.03.2011, Wolfgang Müller

Die 21. Auflage der Rostocker Hanse Sail vom 11. bis 14. August 2011 steht vor der Tür und erneut können es Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft nicht verkraften, dass eine der größten maritimen Veranstaltungen nicht nur im Ostseeraum jedes Jahr aufs Neue funktioniert. Zu fragen bleibt, gegen wen sich eigentlich das jährliche Störfeuer richtet. Sind es Teile der Stadtverwaltung, ist es der Oberbürgermeister, sind es die unzähligen Ehrenamtler, ist es der Han­se Sail Verein e.V., das Hanse- Sail-Büro oder soll einfach nur Rostock schlecht geredet werden? – Frau Balan vom Unternehmerverband Rostock und Umgebung e.V. spricht von einem »hochkarätigen, interna-tionalen Großereignis«, Dr. Robert Rosentreter davon, dass »Handel, Gastronomie, Hotellerie und andere Branchen beträchtliche Mehrgewinne verbuchen«, ja die ganze Stadt und auch die Region von der Hanse Sail profitieren. Hier zeigt sich Rostock tolerant und weltoffen; die Freunde der großen und kleinen Segler und Traditions-schiffe werden auch 2011 eine riesige Vielfalt und Qualität (ca. zwölf Großsegler) erleben können und trotzdem ...! Frau Kröger, Herr Albrecht oder Herr Asendorf, Sie alle fahren doch auch gern jedes Jahr mit Parteifreunden, mit Sponsoren und Gästen unserer Hanse- und Universitätsstadt auf der Warnow hinaus ins Segelrevier vor Warnemünde und bewundern Neu­es in unserer Stadt und im Ostseebad oder erfreuen sich an den Entwicklungen von Unternehmen, die sich bei uns angesiedelt, Einheimische in Arbeit gebracht haben und die ihre Steuern hier zahlen. Es wäre also mehr als produktiv, die Hanse Sail durch ein Praktikum, als Helfer oder Betreuer persönlich zu unterstützen. Sie wissen sehr genau, dass das alles nicht zum Nulltarif zu haben ist: die Stadt gibt für die Hanse Sail 400.000 Euro. Der Rest wird zu zwei Dritteln durch Eigenmittel und großartige Sponsorenleistungen erarbeitet. Und da die Hanse Sail über die Jahre in ganz Deutschland und im Ostseeraum viele Freunde und Fans bekommen hat, unterstützen viele von ihnen unsere Sail auch ehrenamtlich. Sie sollten sich also bedanken und nicht über weitere Kürzungen nachdenken, wo nichts mehr zu sparen ist. Oder wollen einige von Ihnen nur noch zur Kieler Woche fahren? Die nächsten Wahlen zur Rostocker Bürgerschaft kommen ganz bestimmt, also denken Sie an die Interessen Ihrer und unserer See-, Hafen-, Universitäts- und Hansestadt. Ach ja, und 2018/19 wollen die Rostocker und Ihre Gäste aus aller Welt auch noch eine spannende Hanse Sail erleben. Wie schrieb einst Ricarda Huch: »Es ist das Meer, das Rostock etwas von seiner Kraft und Freiheit in die Wiege spritzte, das Meer, das von den Bürgern Verwegenheit erlangte und ihnen Reichtum dafür gab.«

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