Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Ivenacker Windkraftpläne aktuell

21.05.2014, Roland D., Ivenack

Die Nordex AG Rostock/Hamburg plant weiter in Sichtweite der weltberühmten 1000-jährigen Eichen den Bau eines Windparks zu Testzwecken. Sieben neue über 200 Meter hohe Windräder und drei Messtürme enthält der von Bürgermeister Lüker unterstützte Bauantrag. Das Baugebiet liegt im Dreieck der Ortsteile Zolkendorf, Grischow, Weitendorf, wohl teilweise im Tourismusentwicklungsgebiet. Die Anlagen überragen im Vergleich den Kölner Dom deutlich. Die Gemeinde ist kein ausgewiesenes Windgebiet. Eine Genehmigung kann nur zusätzlich erfolgen, wenn ein Testzweck des Herstellers nachgewiesen wird. Dem entgegenstehen das Naturdenkmal Ivenacker Eichen, nistende Weißstörche, sehr nahe Wohnbebauung, Rastplätze des Kranichs, ein denkmalgeschütztes Schloss und jährlich 50.000 ruhesuchende Besucher des Baumparks Hudewald. Agrarminister Dr. Till Backhaus sprach bei einem Besuch im Jahre 2010 von einem Waldkulturerbe. 93,3 Prozent der Einwohner lehnten daher laut einer Bürgerbefragung die Errichtung ab. Der zukünftige Betreiber, die neu gegründete Eichenstrom GmbH & Co. KG aus Ivenack, und Ihr Hauptinvestor, die H.A.L.M. Invest GmbH aus Monzelfeld/ Rheinland-Pfalz, halten trotzdem gemeinsam mit dem Ivenacker Gemeindebürgermeister an den Plänen fest. Das Verhältnis zwischen dem Ortsvorsteher und den Bürgern gilt seither als zerrüttet. Letztere reagierten bereits mit zahlreichen Einwendungen beim Regionalen Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte. Zuvor hatte bereits die Ivenacker Regiostrom GmbH für Schlagzeilen gesorgt, deren Biogasanlage zunächst Getreide verarbeitete, Verluste einfuhr und zur Rettung verkauft werden musste. Die erhofften Gewerbesteuereinnahmen aus Windstromerzeugung erscheinen nach dem Fall Pfanni/Unilever im benachbarten Stavenhagen zumindest fraglich. Dort fliessen neuerdings alle Steuern an den Hauptfirmensitz Hamburg. Das könnte für Ivenack im Falle des Baus bedeuten, die Tribute gehen nach Rheinland-Pfalz. Bauantrag und Raumordnungsverfahren sind trotz Gemeindebschluss bis heute nicht gestoppt.

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