Mecklenburger Blitz Verlag

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Ist Seperatismus etwas schlechtes?

11.08.2014, Erich Weber, Schwerin

Ja, sagen Politiker aus der West-Ukraine und aus den sogenannten westlichen Demokratien. Danach sind die Seperatisten aus der Ost-Ukraine grundsätzlich schlecht, die aus der West-Ukraine stets gut, auch wenn diese die Zivilbevölkerung in der Ost-Ukraine bombardieren, weil diese anders denken und sich mehr zu der Russischen Föderation hingezogen fühlen und lieber russisch, als ukrainisch sprechen. Auch die Westdeutsche aus dem Rheinland und Westfalen hatten nach dem 1. Weltkrieg ihre Erfahrungen mit dem Seperatismus gemacht. Ihr renomiertester Vertreter des Seperatismus war der Oberbürgermeister aus Köln, Dr. Konrad Adenauer. Er wurde dort von vielen Bürgern, später auch von vielen CDU-Anhängern, als Verräter betrachtet. Das war aber falsch. Er wollte lediglich eine Trennung von dem Preußentum und einen selbständigen Teilstaat innerhalb Gesamtdeutschlands und dazu gehöre das Rheinland, die Pfalz, Westfalen, vor allem das Ruhrgebiet, und große Teile von Niedersachsen, vollständig entlang der Niederlande bis zur Nordsee, einschließlich dem Großherzogtum Oldenburg, jedoch gleichzeitig freundschaftliche Beziehungen in Wirtschaft, Kultur usw. mit Frankreich. Damit keine Zugehörigkeit zu Frankreich. Analoges wollten auch die sozialdemokratischen Reichskanzler Scheidemann und Friedrich Ebert. Nun war damals nahezu das gesamte Gebiet linksrheinisch von Seperatisten besetzt, sie hatten alle wichtigen Ämter, usw. in ihrer Hand, dann wollten sie sich rechtsrheinisch ebenfalls ausbreiten, kamen in Königswinter und Bad Honnef über den Rhein, bekamen aber im benachbarten Siebengebirge eine große Niederlage durch eine Schlacht. Das sprach sich alles schnell herum und so wurden viele mutig, wodurch die seperatische Besetzung linksrheinisch ebenfalls zusammenbrach. Nahezu gleichzeitig gab es einen Generalstreik, weil die Bevölkerung die Last durch die Reperationsleistungen aus dem Versaille-Vertrag nicht mehr folgen wollten. Daraufhin zogen die Besatzungen rechtsrheinisch ab, wurden linksrheinisch verkleinert. Das konnte man als Einsicht betrachten die Reperationen zu senken. Diese Möglichkeit wurde vertan, weil die rechten Revanchisten lieber einen neuen Krieg anstrebten. Damit hatte Adenauer, Scheidemann, Friedrich Ebert und später Brüning Recht!

Erich Weber, Schwerin

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