Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Inhalt und Name müssen stimmen

28.04.2011, Jürgen Peters, Barth

Inhalt und Name müssen stimmen

Mit großem Interesse habe ich den Artikel von Herrn Dr. Weiß aus Süderholz zur Diskussion über die Kreisgebietsreform gelesen.

Seine Ausführungen zur inhaltlichen Gestaltung kann ich nur befürworten. Für mich ist es schon wichtig, dass ich nach der Kreisgebietsreform meine Angelegenheiten etwa beim Bürgeramt meiner Gemeinde erledigen kann.

Erfahrungsgemäß beginnen die Diskussionen zu inhaltlichen Problemen erst nach der Reform. Leider gibt es zur Zeit auch nur wenige Politiker, die sich offensiv einer Debatte zu inhaltlichen Themen stellen.

Zu den Inhalten gehört auch im übertragenen Sinne eine Hülle, dass ist nach meiner Ansicht der Name der Region „Pommern“. Er könnte natürlich noch präziser formuliert werden, da der neue Kreis sich aus den bisherigen administrativen Einheiten Nordvorpommern, Rügen und Hansestadt Stralsund zusammen setzt. Der Allgemeinbegriff „Ostseekreis“ wird von mir abgelehnt. Er ist inhaltslos und erinnert mich an die jüngere Vergangenheit, in der diese Region als Ostseebezirk benannt, wurde, um den Regionalnamen Vorpommern bewusst zu vermeiden. Wir leben heute im Europa der Regionen, da sollte der historisch gewachsene Name der Region sich im Verwaltungsnamen widerspiegeln.

Ein Hinweis auf die regionale Universität in Greifswald sei gestattet, wie wird die dortige Kompetenz bei der Lösung der inhaltlichen Probleme und der Namens-findung bei der anstehenden Kreisgebietsreform einbezogen?

Abschließend noch einige Bemerkungen zu den Franken.

Gerade die Franken haben in ihrer Geschichte um ihre Rechte und um ihren Namen gekämpft. Der überwiegende Teil der Franken lebt in den drei fränkischen Regierugsbezirken des Freistaates Bayern. Diese Regierungsbezirke sind flächenmaßig etwa doppelt so groß als unsere künftigen Landkreise.

1989 wollten die Franken sogar ein eignes Bundesland gründen. Das wurde vom Bundesinnenministerium abgelehnt und die Klage beim Bundesverfassungsgericht hatte auch keinen Erfolg. Dafür findet seit 2006 ein „Tag der Franken“ statt.

 

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