Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Ignorieren bis der Arzt kommt!

01.09.2012, Ulf-Harry Kugelmann, Stralsund

Bereits im Dezember 2010 machte Landesrechnungshofpräsident Dr. Tilmann Schweisfurth sehr deutlich, dass es sich bei dem Flugplatz Barth-Stralsund (schon ca. 70 Kilometer weiter befindet sich Flughafen Rostock-Laage) um einen eklatanten Fall von Geldverschwendung handeln würde.

Die defizitären Flughäfen in M-V drohen das Land immer stärker zu belasten. In den vergangenen 20 Jahren hat Schwerin knapp 141 Millionen Euro in 5 Regional- und 6 kleinere Verkehrsflugplätze bei rund 1,63 Mio. Einwohnern investiert.

 

Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) erklärte im Juni 2012, dass die Landesregierung sich darauf verständigt habe, nur noch einen Flughafen im Land, nämlich Rostock-Laage, zu fördern, und darüberhinausgehende Hilfen ablehne. Alle regionalen Flughäfen würden "ausnahmslos" mit einem Defizit arbeiten (SVZ, 24. Juni 2012).

 

Schon längst hätte dieser defizitäre Flugplatz geschlossen werden müssen, doch ökonomische Regeln sind beim Aufbau Ost schon lange ausgeblendet.

Wie der Flugplatz nachhaltig rentabel betrieben werden kann, und wo zusätzliche Fluggäste herkommen sollen, ist auch den Fachleuten der Verwaltung bis heute immer noch ein Rätsel.

 

Diese und andere fundierte Empfehlungen/ Schlussfolgerungen werden von Seiten des Amtes für Wirtschaftsförderung ignoriert. Stattdessen wird empfohlen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die weitere Entwicklung des Flughafens zu „trommeln“.

Wieder einmal wurde auch die Ansiedlung von Luftfahrtunternehmen und weiteren Dienstleistern beschworen. Wie oft denn noch?

 

Ein Sprichwort der Dakota-Indianer lautet: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Setzt aber voraus, dass Du auch etwas von Pferden verstehst.

 

Wie darf diese „beeindruckende Ignoranz“ gegenüber den bisherigen Argumenten gewertet werden? Genau!

 

Es wäre zu begrüßen, wenn das Amt für Wirtschaftsförderung heute und zukünftig sich mit aller Kraft auf die Vermarktung von noch freien Industrie- und Gewerbeflächen (beleuchtete Wiesen) konzentrieren würde. Hier gibt es noch viel zu tun.

 

 

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