Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Hui oder pfui?

07.06.2018, M. N., Rostock

Heute möchte ich meine Meinung zum Stadtentwicklungskonzept ISEK äußern. Ich finde es gut, was alles in den so genannten »Problemvierteln« erreicht wurde. Dabei wird aber vergessen, dass andere Stadtteile die gleichen Probleme mit der Infrastruktur haben. Ich wohne in Reutershagen, die Gehwege, für die die Stadt zuständig ist, sind zum größten Teil 1960 bis 1965 verlegt worden. Es wurden seitdem nur einige Gehwegplatten ausgewechselt. Bei Regen muss man auf die Straße ausweichen, weil die Gehwege unter Wasser stehen. In der Werner-Seelenbinder-Straße kann man nur in Schrittgeschwindigkeit fahren, da man sich sonst den Unterboden vom Auto aufreißt. Vor fünf Jahren ist meine Frau auf dem Gehweg in der Artur-Becker-Straße gestürzt und hat sich den Rücken schwer verletzt, an den Folgen hat sie heute noch zu tragen. Vor vier Wochen ist sie dort wieder gestürzt. Sie ist nicht die Einzige, wie man aus Gesprächen mit Bewohnern her­aushört. Es passiert aber nichts. Ich könnte die Liste noch beliebig weiterführen. Meine Frage an die Verantwortlichen: Warum wird nur in den »Problemvierteln« Geld in die Infrastruktur gesteckt? Die anderen Stadtteile haben es genauso nötig, aufgewertet zu werden. Rostock will ein neues Theater haben, bewirbt sich für die BUGA, will den Stadthafen aufwerten usw., das kostet allen viel Geld. Die Bewohner der anderen Stadtteile wollen auch ein vernünftiges und sauberes Umfeld haben. Dafür ist aber kein Geld da. Wenn ich als Stadt nach außen hin glänzen will, muss es auch innen stimmen, oder geht es nur noch nach dem Sprichwort »Außen hui und Innen pfui«?

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