Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Hochachtung der Lehrerin

31.07.2015, Brigitte Schneider, Michaelsdorf

Zum Artikel »Kinderdemonstration in Barth« im Bodden-BLITZ vom 27. Juli

Beim Lesen dieses Berichtes konnte ich meine Tränen vor Traurigkeit und Wut nicht zurückhalten. Ich möchte ganz besonders der Lehrerin, Frau Karrasch, meine Hochachtung bekunden und meinen Dank aussprechen, weil sie gegen die Art und Weise des Umganges mit hilfebedürftigen Menschen öffentlich Stellung nimmt, was in unserer Gesellschaft gar nicht mehr selbstverständlich ist. Ihren Schülern hat sie auf jeden Fall humanitäre Wertvorstellungen mit auf den Lebensweg gegeben, die hoffentlich nicht verloren gehen werden in einer Welt, in der die Gier nach Geld immer mehr Priorität erhält. Bedauerlich ist, dass der Hass auf Flüchtlinge nicht nur aus der rechten Ecke kommt, sondern die Denkweise vieler Bundesbürger, das Flüchtlingsproblem sei die Ursache für soziale Missstände in unserem Land, ist gewollt, nicht zuletzt auch durch die Politik. Gesetze und Regelungen, wie man Flüchtlinge, darunter viele Kinder, einerseits schneller abschieben kann und andererseits wie man jene aussortiert und sie bleiben lässt, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation unser Wirtschaftswachstum fördern könnten, wovon eher die schon Reichen, denn die Sozialschwachen profitieren, stehen im Mittelpunkt der Debatten der politisch Verantwortlichen. Als ich selbst 1945 mit 7 Jahren, allein ohne Eltern auf einem Flüchtlingstransport war, halb verhungert, verlaust und verdreckt, waren helfende Menschen, die selbst nicht viel hatten, meine Rettung. Wenn ich heute die ängstlichen und verzweifelten Flüchtlingskinder sehe, wünsche ich ihnen, es mögen viele Menschen in unserem reichen Deutschland so denken und handeln wie die Barther Schüler und Ihre Lehrerin Frau Karrasch. Brigitte Schneider, Michaelsdorf

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