Mecklenburger Blitz Verlag

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Hitler im Unterricht!

17.01.2016, Martin Mehlhorn, Demmin

Zum Leserbrief "Hitler im Unterricht?" (Ausgabe vom 17. Januar 2016) von Herrn Frenz

 

Da Herr Frenz der Meinung ist, dass sich kein Lehrer die neue kommentierte Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" kaufen werde, wollte ich gerne das Gegenteil nachweisen. Ich habe mir als Geschichtslehrer das Buch bereits privat bestellt, um es im Unterricht einzusetzen. Schon lange werden einzelne Passagen im Unterricht als historische Quelle gelesen und analysiert. Dies ist auch notwendig, da man sehr wohl die späteren verbrecherischen Taten der Nationalsozialisten schon in Hitlers Buch herauslesen kann. Hinter mehr oder weniger verschleiernden Worthülsen verstecken sich Rassismus, "Lebensraumpolitik" und Expansionsstreben, wie sie in der Tat auch eintraten. Außerdem kann man im Unterricht Hitler der Lüge an der eigenen Biographie überführen, wenn man die im Sinne des "Führerkultes" geschönte Lebensgeschichte mit der Realität vergleicht. Natürlich kann nicht das gesamte Buch im Unterricht gelesen werden. Dafür sind die Lehrpläne zu eng gestrickt. Eine Auseinandersetzung mit Hitlers "Mein Kampf" ist aber zwingend notwendig um die gefährlichen Argumentationsstränge, die heute wieder von verschiedenen Gruppierungen des rechten Spektrums verfolgt werden, zu dekonstruieren.

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