Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Historische Fakten richtig bewerten

22.03.2018, Brigitte Schneider, Warnemünde

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich mich über das Geschenk, das Jubiläumsmagazin der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, welches ich in meinem Briefkasten vorfand, freuen oder ärgern soll. Ich möchte mich aber an dieser Stelle an die Herausgeberin, die Stadt Rostock, und damit an den OB, Herrn Roland Methling, wenden, um meinen Frust zu erklären. Dass der historische Datenrahmen kurz und knapp gehalten werden musste, ist nachvollziehbar, aber dass es dabei zu missverständlichen oder halbwahren Aussagen gekommen ist, kann ich nicht nachvollziehen. Das kann doch nicht gewollt sein. Einige Beispiele:

1933 – Bücherverbrennung auf dem Vögenteichplatz! Wurde der ganze Bücherbestand der Stadt Rostock verbrannt oder ging es nicht darum, dass Bücher verbrannt wurden, die den Nazis bei der Errichtung ihrer verbrecherischen Diktatur im Wege standen oder deren Autoren »undeutsch« waren?

1942 – Schwere Luftangriffe mit großen Zerstörungen! War kein Platz mehr für den Zusatz, wer diese angerichtet und wie viele Menschenleben sie gekostet haben?

1945 – Einheiten der Roten Armee besetzen die Stadt! War es nicht zuerst die Befreiung von der menschenverachtenden Herrschaft des Hitlerregimes und dessen mörderischen Feldzuges durch ganz Europa und dann die Besetzung als Neuanfang für eine andere Gesellschaft? Nie wieder Krieg stand am Anfang. Das hat sich eingeprägt.

Eine richtige und damit nachhaltige Bewertung historischer Fakten ist angesichts der Tatsache, dass die »modernen Nazis« immer dreister versuchen, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, ganz wichtig, denn davon hängt nicht unwesentlich auch das Handeln der Menschen ab.

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