Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Historisch bitte die Kirche im Dorf lassen

30.05.2017, Wolfgang Mengel, Stralsund

Wir leben in einer Zeit, in der, vor allem außenpolitisch, mächtig Sturm angesagt ist. Dank Trump beginnt sich ein Wandel abzuzeichnen, der für Europa bzw. die EU nur gut sein kann. Putin jetzt zuzuweisen, er habe erfolgreich einen Keil zwischen Deutschland und die USA getrieben, ist nicht angebracht. Die Sowjetarmee hat die Hauptlast an der Befreiung vom Faschismus getragen, das sollte bekannt sein. Der Anteil der USA dabei ist, was Europa betrifft, relativ gering. Sie hatten ihren Hauptgegner im Pazifik. In Europa hatten sie nichts verloren. Sie haben ja auch nicht verhindert, dass der Faschismus in Deutschland an die Macht kam, im Gegenteil. Sie hatten ja die Hoffnung, dass sich in diesem Krieg sowohl Deutschland als auch die Sowjetunion gegenseitig aufreiben, so dass von beiden nichts mehr übrig bleibt. Dass sie sehr spät erst in Europa die zweite Front eröffnet haben, ist nur ihren eigenen Interessen geschuldet. Sie wollten der Sowjetunion bzw. dem Kommunismus nicht das Feld in Europa überlassen. Man erinnere sich bitte, dass es Stalin war, der verhinderte, dass Deutschland von der Landkarte gestrichen wurde. Und so haben natürlich die kapitalistischen Kreise in Deutschland die Hilfe der USA dankend angenommen, die ihrerseits nur ihren Einfluss in Europa geltend machen wollten. Schon aus diesen Gründen eine globale Führungsrolle der USA ableiten zu wollen, verbietet sich eigentlich, wenn man bedenkt, was die Eingriffe der USA und des Westens in nationale Angelegenheiten anderer Staaten und Völker bis heute hinterlassen haben. In diesem Fall möchte ich unsere Bundeskanzlerin bestärken, ein Europa zu formen, das den Respekt vor dem politischen Partner an erste Stelle rückt und alles zum Wohle der (europäischen) Völker getan wird. Europa ist samt seiner Partner dazu stark genug, dazu bedarf es keiner USA. Natürlich sind friedlicher Handel und Freundschaft nicht ausgeschlossen, aber wir brauchen niemanden, der uns sagt, was wir zu tun haben.

 

 

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