Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Hinter den Spiegel

05.11.2018, Siegfried Spantig, Hagenow

Wir erinnern uns noch der angesagten Bemühung in einer Stadt unseres Landes, den Herrn K. M. als Statue schwebend zu zeigen, aber nicht wie die K. K. von Barlach mit dem Gesicht zu den Menschen, sondern mit Blick zu dem Tor über den Wolken. Damit wurde allgemein klar, wir haben noch viel zu lernen, jedoch nicht in Richtung Aufarbeitung der DDR, sondern für das Leben im Kapitalismus, allein, wenn wir sehen, was die Porta-Nigra-Stadt mit ihrem Sohn veranstaltet, damit Millionen, nicht Menschen, sondern Euro gewonnen werden. Und das ist ja nicht das einzige Beispiel. Sehen wir nur, was den Numismatikern aus Bayern und anderen Altbundesländern angeboten wird: DDR-Gedenkmedaillen noch und noch, ganze Serien, die Prägungen selbstverständlich goldüberzogen, mit dem Wappen der DDR geschmückt und einmal sogar mit der ersten Strophe der DDR-Nationalhymne versehen: Auferstanden aus Ruinen ... Wie das wohl gemeint ist? Und in den Angebotsprospekten noch ausführlichere Widmungen, die man sich hinter den Spiegel stecken kann.

Siegfried Spantig, Hagenow

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.