Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Hilferuf für 4 Kinder-Notfälle und für das Internat in Bishnica

27.11.2014, Frieder Weinhold, Christlicher Hilfsverein Wismar e.V.

1992 wurden im Rahmen der sozial-diakonischen Arbeit des Christlichen Hilfsvereins Wismar e.V. (CHW) im Bergdorf Bishnica Räumlichkeiten für ein Schülerinternat angemietet. Der Grund hierfür war, dass in den entlegenen Dörfern Jolle und Spelle die Schulen geschlossen wurden und die Kinder den Schulweg nach Bishnica nur bei gutem Wetter in 1,5 Stunden bewältigen konnten. Der regelmäßige Schulbesuch war damit nicht mehr gewährleistet. Da es ein Grundanliegen des CHW ist, den Kindern eine solide Schulbildung zu ermöglichen, war das Internat ein unbedingtes Muss. Es wurden 10 Plätze eingerichtet und eine Begleitung und Förderung für 5 Tage in der Woche sichergestellt. Am Wochenende gehen die Kinder zu ihren Familien nach Hause. 2012 hat der CHW eine Stiftung nach albanischem Recht ins Leben gerufen, die Diakonia Albania (DA). Diese Verwurzelung in der albanischen Gesellschaft führte zu einer größeren Akzeptanz unserer Arbeit bei den Behörden und zu mehr Begegnungen auf Augenhöhe. Daher trat die Schulverwaltung Pogradec im Sommer an die DA heran mit dem Anliegen, die Platzzahl im Internat zu verdoppeln. Es war Bedarf für 20 Plätze ermittelt worden. Diese Herausforderung nahmen wir im September 2014 an. Wir planten die Aufstockung des Personals für die Begleitung der Kinder um eine weitere Mitarbeiterin und eine schrittweise räumliche Erweiterung.

Doch dann wurden wir in mit einer tragischen Geschichte konfrontiert, die uns eine spontane Entscheidung abverlangte: Diesen Monat bat uns das staatliche Sozialamt in Tirana, weitere 4 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren aufzunehmen, deren Eltern sich wegen einer Infizierung mit dem Aidsvirus im Krankenhaus befinden. Die Kinder waren in den vergangenen Monaten immer wieder von der Polizei aufgegriffen worden. Ihre Eltern hatten sie zum systematischen Betteln auf die Straße geschickt, damit die Familie überleben konnte. Auf Grund ihrer Erfahrungen sind die Kinder stark mitgenommen, sie leiden unter Albträumen und zeigen zeitweise aggressives Verhalten.

Die Anmietung weiterer Räumlichkeiten wird nun in Kürze geschehen. Des weiteren muss sich

das Team auf eine Betreuung und Versorgung der Kinder über 7 Tage die Woche einstellen. Dies geht nicht ohne zusätzliches Personal, zumal die ins Auge gefassten Räumlichkeiten nicht im gleichen Haus liegen und die Aufsichtspflicht gewährleistet sein muss. Außerdem wird eine verstärkte medizinische Betreuung der Kinder notwendig. Dafür brauchen unsere Mitarbeiter zusätzliche Schulungen; Fachpersonal aus Deutschland ist dazu bereit.

Die Mehrkosten liegen bei mindestens 600 Euro im Monat.

Dadurch ergeben sich aktuell finanzielle Erfordernisse, die wir aus dem Stand nicht alleine bewältigen können. Wir sind auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. Selbstverständlich werden wir weitere Verhandlungen über die Finanzierung der Betreuung und Unterbringung durch das staatliche Sozialamt führen – allerdings gibt es dafür in Albanien bisher noch keine Rechtsgrundlage.

Für uns steht die direkte Hilfe für die Kinder im Vordergrund – dass sie ein neues Zuhause und eine sichere Umgebung haben. Wir wollten sofort helfen!

Darum bitten wir Sie/Euch darüber nachzudenken, ob die Möglichkeit besteht, in der Vorweihnachtszeit zusätzliche Spenden zur Verfügung zu stellen oder auch Ihre/Eure Kirchengemeinde um eine Weihnachtskollekte zu bitten. Auch regelmäßige Spenden sind weiterhin nötig und sinnvoll.

Weitere Infos und Bilder unter www.chwev.de/de/hilfsaufruf-fuer-4-kinder-notfaelle-und-fuer-das-internat/

Axel Ermke und Frieder Weinhold, Christlicher Hilfsverein Wismar e.V.

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.