Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Heimzahlen

27.02.2012, Siegfried Spantig

Nachdem uns die Massenmedien acht Wochen lang, Tag für Tag, in ihre Moral-Schule getrommelt haben, lehnen sie sich jetzt zurück, war es doch ein hartes Stück Arbeit, das dazu auch noch viel Geld kostete, freilich noch mehr eingebracht hat: Quoten- und Auflagenerhöhung sind die Zauberworte. Und nach weiterer Stärkung dieser beiden Geldbringer wird immer wieder gerufen werden, selbst dann, wenn es gelungen ist, dauerhaft die vierte Gewalt im Staate zu sein, denn, was im Sozialismus die Kritik und die Selbstkritik als das höchste Entwicklungsgesetz bezeichnet wurde, das ist im Kapitalismus der Wettbewerb mit starken Beinen und harten Ellenbogen. Daraus folgt: Wir werden noch Moralpredigten, Moral-Kampagnen erleben, dass uns Hören und Sehen vergeht.

Dabei würde schon so manches kleine Scherflein die Allgemeinheit, die Moral heben, wie dieses: In der DDR hat so mancher das Geld der anderen genommen, um etwas Gescheites zu werden, ohne auch nur einmal an die Geldgeber, geschweige denn an die Rückzahlung zu denken. Nun gehen wir aber täglich in die Moralschule der Demokratie, da sollte doch endlich der Gedanke an die lange fällige Heimzahlung kommen. Freilich sind davon zunächst die ausgenommen, denen es jetzt erst dämmert, dass sie eigentlich schon immer gegen die DDR gewesen sind.

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