Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Heftige Zweifel

04.09.2017, Sabine Beck, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Einmal hin und zurück"
im Schweriner Blitz vom 04.09.2017

Zu »Einmal hin und zurück«, Blitz vom 3. September, Seite 3.

Der Autor/die Autorin schreibt, dass Russland heute hauptsächlich mit dem »Reich des Bösen« gleichgesetzt wird und hält dagegen. Schließlich sei er/ sie auf der Reise gastfreundlich aufgenommen und die Reise hätte dazu beigetragen, sich nicht vor Putin fürchten zu müssen. Ich finde, hier fehlt der kritische Blick: Sicher ist Russland wunderschön. So wie die Türkei. Und das Land ist einzigartig. So wie Syrien oder Nordkorea. Die haben bestimmt auch gastfreundliche Bewohner. So wie Russland. Aber Russland ist eben auch ein Land, in dem Journalisten auf offener Straße hingerichtet werden. Und Homosexuelle verfolgt, geächtet und verhaftet werden. Weil sie anders sind, anders denken, kritisch denken. Russland ist das Land, das die Krim annektiert hat. Einfach so. Ich fürchte mich nicht vor Türken, Nordkoreanern, Syrern oder Russen. Ich fürchte mich aber vor der Autokratie und Sprunghaftigkeit eines Erdogans, Kim Jong-uns, al-Assads oder Putins. Und das ein Gerhard Schröder als ehemaliger Bundeskanzler beschließt, seine Pension mit Rubeln aufzustocken, noch dazu von einem Unternehmen, dass auf der EU-Sanktionsliste steht, lässt mich heftig zweifeln.

Sabine Beck, Schwerin

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