Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

H. Schliemann einmal heiter betrachtet

14.05.2018, Wolfgang Mengel, Stralsund

Am 08.05.18 hatte die Seniorenakademie 55 Plus Stralsund Dr. R. Witte, von 2003 bis 2017 Leiter des Schliemann-Museums in Ankershagen, zum Vortrag „H. Schliemann und der Humor“ eingeladen, den 101 Zuhörer gespannt erwarteten. Schliemann hatte aufgrund seiner Grabungserfolge auch Neider, was dann in einer Behauptung gipfelte, er sei von der Mafia vergiftet worden. 1848 wurde der „Kladderadatsch“ gegründet, eine satirisch-politische Zeitschrift, die „täglich, außer an Wochentagen“ erschien und Schliemanns Grabungstätigkeit mit humoristischem Interesse verfolgte. Hervorgehoben wurde damals immer wieder das Umschlagetuch seiner Frau, mit dem sie u.a. den „Schatz des Priamos“ gerettet haben soll. Am 08.03.1874 veröffentlichte die Zeitschrift einen Artikel mit dem Titel „Wie Herr Heinrich Schliemann die letzten Zeitgenossen des Priamos fand“. Die größten Lacher (wenn es nicht ein Zeichen historischer Unkenntnis wäre) verursachen Briefe, Sendungen und Kataloge, die von der „taz“, der „Super-Illu“, dem „Echo der Frau“, Dr. Hittich, GEFRO und Versandhäusern, wie OTTO und Bader, an „Herrn Heinrich Schliemann, Lindenallee 1, 17219 Ankershagen“ gesandt werden, um ihn als Käufer oder Abonnementen zu werben. Dabei vergisst Dr. Hittich z.B., dass R. Virchow Freund und Arzt Schliemanns war, und es bleibt den Gedanken überlassen, ob Hittich Virchow wohl das Wasser hätte reichen können. So hat Dr. Witte heute mit humoristischer und satirischer, vor allem aber historischer Aufklärungsarbeit viel zu tun. Die Erwartungen des Publikums wurden mehr als erfüllt, was es mit einem herzlichen Beifall auch zum Ausdruck brachte.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.