Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Grenzenlose Habgier

15.04.2011, Rudolf Linke

Die Habgier der Herzogin »Donata« veranlasst mich, als ehemaliger Landarbeiter, meinen Standpunkt zu formulieren.

Der Hochadel will wieder mit Glanz und Gloria dominieren. Die Unmoral ist grenzenlos, indem Kunstschätze in Millionenhöhe zurückgefordert werden. Hierbei steht doch zweifelsfrei fest, dass zu Zeiten der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge der Tagelöhner, der Handwerker und der Bauer, die Werte im Land durch Arbeit schufen und die finanziellen Mittel über die Ämter an den Adel flossen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Warum erfolgt nach soviel Jahrzehnten keine Schenkung an das Land Mecklenburg? Das Volk hat doch bewiesen, dass es Kunstschätze, zur Freude aller, bewahren kann. Das wäre eine anerkennende und lobenswerte Tat der Herzogin gewesen.

Schon die Ausstellung zur 850 Jahrfeier der Stadt Schwerin »Von Niklot zu Niklot« im Schlossparkcenter zeigte einen schöngefärbten, einseitigen Blick auf die Fürstendynastie.

So wird z.B. Friedrich Franz II. als ein beliebter Fürst bezeichnet. Zur differenzierten Beurteilung seiner Zeit gehört, dass er die Ergebnisse der bürgerlichen demokratischen Revolution von 1848 wieder rückgängig machte.

Die führenden Persönlichkeiten der Revolution in einem Hochverratsprozess zu Haftstrafen verurteilt wurden, Hofbaumeister Demmler entlassen. Hoffmann von Fallersleben aus dem Land gedrängt. Über 216.330 Mecklenburger wanderten damals, aufgrund schlechter Lebensbedingungen, nach Amerika aus. Eine Schautafel am Burggarten machte es zur Jubiläumsfeier deutlich.

Die jüngsten Aktivitäten der Herzogin, sich der Kunstwerke in Millionenhöhe zu bedienen, zeigt ihren wahren Charakter der im Gegensatz zur mecklenburgischen Identität der Menschen steht.

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