Mecklenburger Blitz Verlag

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Grandiose Wahlbeteiligung

29.05.2014, Ulf-Harry Kugelmann, Stralsund

Während die Wahlbeteiligung 1994 noch bei 65,0 % lag, waren es 2009 nur noch 39,8 %. 2014 wurde dieser „Rekord“ dann erneut gebrochen: 37,3%. Ein Sieg der Lethargie und Gleichgültigkeit.

Von 48.982 Wahlberechtigten haben gerade mal 18.289 die neue Bürgerschaft gewählt.

 

In diesem Zusammenhang von einem „Bombensieg“ zu sprechen, kann nur einem OB einfallen, für den sich 2008 39.744 (78,75 %) von 50.467 Wahlberechtigten n i c h t entschieden.

Wieder einmal zeigen diese Zahlen sehr deutlich, welchen Stellenwert die Bürgerschaft als auch das Amt und die Person des OB für die Bürger Stralsunds mittlerweile haben.

 

Wenn die Bürger in Politiker Vertrauen setzen sowie in ihre jeweilige Politik - diese zudem verstehen und nachvollziehen könnten - wären sie auch öfter bereit für mehr Verantwortung und Engagement.

Verantwortung für den Bürger bedeutet u.a., persönliches Geltungsbedürfnis zu vermeiden. Getroffene Vereinbarungen einzuhalten, individuelle und parteiliche Disziplin, Ehrlichkeit, Integrität, kurz gesagt: Vorbildfunktion, Zuhören und Handeln. Demokratie ist in jedem Fall nicht einseitig.

 

Demokratie braucht Bürger, die sich engagieren. Ein Sozialstaat benötigt die soziale Gesellschaft. Diese lebt davon, dass Menschen sich füreinander einsetzen, sich politisch und ehrenamtlich in Initiativen, Vereinen und Parteien etc. einbringen. Junge Leute hingegen wollen handeln, aber nicht in einem starren Rahmen und wöchentlichen Fraktionsversammlungen.

Leider stehen zu viele am Spielfeldrand und behaupten, es besser machen zu können, aber nicht bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit für ein Engagement einzusetzen.

 

Dem einzelnen müsste so langsam einleuchten, dass sich niemand seiner Mitverantwortung entziehen kann. Wer nicht handelt, kann sich damit nicht aus der Verantwortung stehlen.

 

Das Fehlverhalten von Politikern als Ausrede für das eigene Desinteresse gepaart mit Lethargie, Gleichgültigkeit und Stimmenthaltung zu benutzen, wirkt unglaubwürdig. Nur wer sich einbringt, mitgestaltet und artikuliert nimmt Einfluss in unserer Stadt.

 

 

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