Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gesteuert von der NATO

07.11.2011, D. Oberschernings

Auf ihrer Hompepage im Internet teilte die NATO sinngemäß mit: »Am Donnerstag, den 20. Oktober 2011, zerstörte ein NATO-Kampfjet elf Militärfahrzeuge, die einer größeren Grup­pe von Fahrzeugen angehörte, in der Nähe von Sirte. Diese Fahrzeuge waren im Begriff, Sirte in hoher Geschwindigkeit in Richtung südwestliche Randgebiete der Stadt zu verlassen. Sie führten eine große Menge an Waffen und Munition mit und stellten somit eine Bedrohng der örtlichen Zivilbevölkerung dar. Der Konvoi wurde vom NATO-Flugzeug angegriffen, um diese Bedrohung zu reduzieren«.

Wir wissen, dass an diesem Tag in den weiteren Folgen des Angriffs auf diesen Konvoi der ehemalige libysche Staatschef Gaddafi ums Leben kam.

Aus der NATO-Mitteilung geht zweifelsfrei hervor, dass sich Gaddafi und seine Mitstreiter bereits auf der Flucht befanden, nachdem Sirte durch pausenloses Bombardement zu einer Trümmerwüste geworden war und militärischer Widerstand seitens der Verteidiger aussichtslos wurde. Im Fernsehen wurde uns der mit Waffengewalt geführte Putsch in Libyien als aufopferungsvoller Kampf von vaterlandsliebenden libyschen Patrioten präsentiert, die nach monatelangen Kämpfen ihren verhassten Diktator endlich besiegen konnten. Wir wurden getäuscht! Tatsache bleibt, dass ohne die militärische Einmischung der NATO in den in Libyien von westlichen Geheimdiensten provozierten Bürgerkrieg – die NATO flog dabei 9.634 Kampfeinsätze mit lasergesteuerten Präsionsraketen auf militärische und zivile Objekte (zynischerweise hatte eine entsprechende UN-Resolution den Luftraum über das Land zur Flugverbotszone erklärt) – die Putschisten ihre erzielten Erfolge in den Wüstensand hätten malen können und 40.000 Libyer wären noch am Leben!

Bei diesem Krieg in Libyien ging es nicht, wie man uns glauben machen will, nur um den gewaltsamen Sturz eines politischen Diktators, sondern um den ungehinderten Zugriff auf das libysche Erdöl, dass nun unter einer willfähigen Staatsführung von Frankreich, England, Italien und den USA zu günstigen Konditionen ausgebeutet werden kann. Ihren Lebensstandart, unter Gaddafi war er der höchste in ganz Afrika, können die Libyer erst einmal vergessen. Wenn nämlich »Demokratie und Menschenrechte« angesagt sind, geht’s den Leuten wieder dre­ckig.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.