Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gesichter der Armut

04.04.2016, Kerstin Schnegula, Rostock

Wie definiert sich Armut? Diesem Thema widmeten sich der vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt von MV Rudolf Borchert und der Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung MV am 31. März in ihrer Begrüßungsrede im Rostocker Rathaus.

In ihren Forschungsberichten stellten Dr. Klärner von der Universität Rostock, Professor Groth von der Hochschule Neubrandenburg und Dr. Weiß von der Universität Greifswald die Ursachen der Armut vor und unterbreiteten Lösungsvorschläge.

Der Fotograf Bernd Lasdin setzte 30 Betroffene in Szene und gab der Armut in seiner Wanderausstellung ein Gesicht. 54 Interviews mit Probanden aus allen Schichten wurden geführt. In der Regel dauerten die Befragungen zwei bis vier Stunden, in Ausnahmefällen auch länger.

Die berührende Ausstellung wird auch den Rostocker im Rathaus vorgestellt und bietet reichlich Diskussionsstoff.

Im Forschungsbericht wurde deutlich, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse ein Hauptgrund von Armut sind. Der Normalbeschäftigungsbereich stagniert. Es kann jeden Zeitgenossen betreffen, denn befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht fair entlohnt werden, sind keine Seltenheit in Mecklenburg-Vorpommern. Arme Menschen sterben früher. Sie sparen nicht nur am Essen, sondern sie vermeiden aus Kostengründen oft notwendige Arztbesuche. Ein würdevolles Leben, das Teilnahme in der Gesellschaft garantiert, ist für von Armut betroffene Menschen nicht möglich.

Die Wanderausstellung sollte sich jeder Interessierte anschauen und aufmerksam den Text lesen, den die Betroffenen selber verfasst haben!

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