Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gesetzentwurf zum Wolfsabschuss

04.06.2019, Barbara Linkis, Diedrichshagen

An den

Minister für Landwirtschaft und Umwelt

Dr. Till Backhaus

Paulshöher Weg 1

 

19061 Schwerin

Diedrichshagen, den 27.05.2019

Sehr geehrter Herr Dr. Backhaus,

wir sind frustriert und enttäuscht, dass Sie unseren Brief vom 16.03.2019 nicht beantwortet haben.

Bedenken Sie, wir arbeiten mehr als 8 Stunden am Tag im Ehrenamt, um uns für die Rechte der Tiere einzusetzen.

Besitzen Sie bitte so viel Anstand und beantworten Sie unsere Eingabe!

Als Tierschutzorganisation sind wir verpflichtet, Tier- und Naturfreunden Rechenschaft über Missstände und deren Beseitigung abzulegen.

Es ist eine üble Handlungsweise, dass Sie den Abschuss der Wölfe unterstützen, indem Sie die Erleichterungen zum Abschuss der Wölfe, die Nutztiere reißen begrüßen.

Sie billigen widersinniger Weise einen Gesetzentwurf, indem sogar ermöglicht wird, dass ganze Rudel abgeschossen werden. Der Gesetzentwurf trage die Handschrift von Mecklenburg Vorpommern, erklärten Sie, Herr Dr. Backhaus, in Schwerin.

Welch ignorante Umweltschützer sitzen im Bundeskabinett.

Es steht in keinem Verhältnis ganze Rudel von Wölfen zu töten, nur weil sie seit 2007 400 Nutztiere töteten, wie Sie, Herr Backhaus, am 23.05.2019 der NNN mitteilten. Das sind 33 Tiere pro Jahr. Im Gegensatz dazu kommen bei verunglückten Tiertransporten viel mehr Nutztiere und sogar Menschen ums Leben. (siehe Unglück vom 7./8. 3.2019 bei Zarrentin).

Ein Blutbad wird erfolgen und Wolfsbabys werden elend verenden.

Bedenken Sie, dass Mecklenburg Vorpommern im Vergleich zur Größe sehr dünn besiedelt ist. Welch eine Ironie dagegen zu stellen, dass in Mecklenburg Vorpommern zur Zeit 4 Wolfsrudel leben im Vergleich zu 20 Rudeln in Niedersachsen.

Sorgen Sie bitte für den Erhalt und den Wideraufbau von Wäldern.

Absurd ist es auch, dass die AFD mit einer Anti-Wolf-Stimmung zu Wort kommt und Wahlkampfstimmung macht.

Wenn zuletzt Wölfe in Borken (Vorp .Greifswald) einen 1,80m hohen Zaun mit Elektrolitze überwunden haben und die Tiere einer Dammwildherde angegriffen haben, ist das ein doppelt bitteres Ohmen und unfassbar. (NNN vom 23.05.2019 Gesetz zum Wolfsabschuss)

1.Die Wölfe scheinen nicht mehr genug Nahrung (Wild) zu finden, da zu viel Wild von Jägern abgeknallt wird.

2.Eine weitere Tierquälerei ist es, Damwild in Gehegen zu halten. Die Halter müssten dafür bestraft werden.

Rehe und Hirsche sind scheue freilebende Tiere, die sich mit artgerechter Nahrung aus dem Wald ernähren.

Wild wird in der Freiheit noch die Chance gegeben der Jagd zu entkommen. Diese Möglichkeit haben die Tiere in Gattern nicht. Zur Freude am Töten durch oberflächliche Menschen wird den Menschen sozusagen ein Hightleit geboten.

Haben Sie nicht einmal als Minister und „Tierfreund“, wie Sie sich groß mutig bezeichnen, darüber nachgedacht?

Wir danken der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Svenja Schulze, dass sie die Präventiv Tötungen der Wölfe abblockt und auf die EU Gesetze verweist zum Schutz unsere Wolfes.

Auch Sie, Herr Dr. Backhaus, als Minister für Landwirtschaft und Umwelt haben sich an die Weisungen des Generalanwaltes des Europäischen Gerichtshofes zu halten, der eine Bejagung des Wolfes nur in Ausnahmefällen für zulässig hält.

 

Barbara Linkis

Vorsitzende

Verein „Tiere in Not e.V.

 

 

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