Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gerechtigkeit?

31.01.2018, Hartwig Niemann, Rostock

Gegenwärtig erleben wir eine Zeit, die mich immer wieder zum Nachdenken anregt. Insbesondere fällt mir eine Tatsache auf. Viele Politiker reden, reden und reden und wenn sie aufgehört haben zu reden, stellte ich mir oft die Frage, worüber haben sie eigentlich geredet, was wollten sie uns als Bundesbürger sagen. Es beginnt schon mit der Strapazierung des Wortes Gerechtigkeit. Welche Gerechtigkeit meinen diese Politiker eigentlich: eine politische Gerechtigkeit, eine soziale Gerechtigkeit oder eine persönliche Gerechtigkeit. Wer als Politiker in einem kapitalistischen System von Gerechtigkeit spricht, die es zu erreichen gilt, ist in meinen Augen ein Schwätzer. In wissenschaftlichen Beiträgen wird diese Haltung vielfach umschrieben und in Frage gestellt und führt somit unweigerlich immer wieder zu der Feststellung: so genau weiß man das nicht. Und rucki-zucki ist man wieder im Kapitalismus angekommen und freut sich als Politiker auf einen neuen Ministersessel in diesem kapitalistischen System. So einen Zick-Zack Kurs mit Wortbruch fährt nach meiner Auffassung Martin Schulz. Dieser „Politiker“ hält seine Versprechen nicht. Zunächst versprach er seinen Wählern Opposition. Nach dem Gespräch mit dem Bundespräsidenten Herrn Steinmeier fiel er um wie ein nasser Mehlsack und entschied sich für eine Große Koalition. Jetzt hört man erneut die Glocken (Wortbruch) läuten. Schulz ist anscheinend nicht abgeneigt einen, Ministersessel unter Angela Merkel anzunehmen. Dazu kann ich nur noch als parteiloser Bundesbürger sagen: Viel Spaß – mich verarschen sie nicht. Unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen zählt der Profit und nicht die Gerechtigkeit. Darüber können die Apologeten des Kapitals schreiben, was sie wollen. Ich jedenfalls glaube ihnen kein Wort.

 

 

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