Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Genossenschaften benachteiligt

10.12.2010, Willi Leuterbach

Soeben lese ich, dass die Kibbuze in Israel die Krise gut überstanden in »einigermaßen zur ausgeglichenen Wirtschaftsbilanz« beigetragen haben. Eine amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin erhielt den Nobelpreis für Forschungsergebnisse, die ein erfolgreiches genossenschaftliches Arbeiten und Wirtschaften nachwies. Auch in unserem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern tragen Agrargenossenschaften zum Wirtschaftsergebnis bei.

Trotzdem sollen ihnen als Großbetriebe ab 2013 die Subventionen gekürzt (gedeckelt) werden. Für den schlecht informierten Steuerzahler hören sich Subventionskürzungen gut an. Die Bauern würden gerne für gerecht begründete Erzeugerpreise ohne Subventionen arbeiten. Aber dann wären steigende inflationäre Nahrungsgüterpreise die Folge, die die Einkommensschwächsten am stärksten belasten. Stabile, niedrige Nahrungsgüterpreise, die alte Rentenregelung in die solidarische Kran- kenversicherung sind Restposten der sozialen Marktwirtschaft, oder auch des Kalten Krieges, die jetzt kassiert werden sollen. Die Benachteiligung der Genossenschaften, auch als ideologische Hinterlassenschaft des Kalten Krieges, sie wird immer noch ins Spiel gebracht.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.