Mecklenburger Blitz Verlag

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Generalstreik - eine Million gegen Macron

06.12.2019, karl Scheffsky, Schwerin

60 % der Franzosen befürworten den Generalstreik gegen die Rentenreform des Präsidenten. Seine intensive Befolgung erinnert uns an die alte Losung: Wenn ein starker Arm es will, stehen alle Räder still. Und es sieht nicht danach aus, dass sich ein Gegenkonzept der herrschenden Klasse durchsetzen könnte: Alle Räder stille stehen, starker Arm muss hungern gehen. Im Gegenteil. Aus dem ökonomischen Kampf ist bereits ein politischer geworden: Mächtige Demonstrationen mit der Forderung nach dem Rücktritt von Macron. Man traut ihm nicht und geht davon aus, dass er einen massiven Sozialabbau vornehmen will. Zur gleichen Zeit setzte sich auf Grund der prekären sozialen Lage vieler Studenten einer von ihnen in Lyon aus Protest in Brand. Dadurch kam es zu Unruhen in Nantes, Lyon und Marseille. Besonders die größte Gewerkschaft CGT - früher kommunistische Gewerkschaft - hat den Widerstand gut organisiert. Es steht viel auf dem Spiel, denn Renten, Renteneintrittsalter und anderes sind wesentlich besser als in Deutschland. Und die Verlängerung der Arbeitszeit nach der Einverleibung der DDR für die ostdeutschen Frauen von 60 auf 65 Jahre wäre in Frankreich wohl kaum möglich gewesen. Aber eines haben wir mit Frankreich gemeinsam: Rasantes Wachstum der Hochrüstung, Waffenexporte und Militärausgaben.

Karl Scheffsky, Schwerin

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