Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Generalfeldmarschall Paulus führte 6. Armee in den Tod

06.03.2018, Reiner Luchterhand, Weisin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Beschämend ( ? )"
im Schweriner Blitz vom 04.03.2018

Nach der Auffassung von Herrn Frenz aus Schwerin soll General-Feldmarschall Paulus vor der Roten Armee kapituliert haben, um 260.000 Soldaten das Leben zu retten. Dieser Sichtweise entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Generalfeldmarschall Paulus ist als Oberbefehlshaber der 6. Armee mitschuldig am Tod von weit mehr als 100.000 Soldaten im Kessel von Stalingrad. So hat er u. a. in militärisch eindeutig aussichtsloser Lage am 8. Januar 1943 ein Kapitulationsangebot der Roten Armeen in Vasallentreue zu Hitler abgelehnt und sogar befohlen, weitere Parlamentäre der Roten Armee durch Waffeneinsatz abzuweisen. Nach der Ablehnung des Kapitulationsangebotes begann am 10. Januar 1943 die Rote Armee mit der Vernichtung der 6. Armee im Kessel von Stalingrad.

Im Gegensatz zu Paulus bewiesen einzelne Kommandeure mehr Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren Sodaten und kapitulierten vor der Roten Armee.

Paulus selbst ließ noch am 29. Januar 1943 u. a. an Hitler funken: "An den Führer ... Unser Kampf möge den lebenden und den kommenden Generationen ein Beispiel dafür sein, auch in der hoffnungslosesten Lage nie zu kapitulieren..." Am 31. Januar 1943 wurde Paulus von der Roten Armee gefangen genommen. Von einstmals ca. 300.000 Angehörigen der 6. Armee (mit verbündeten rumänischen und italienischen Truppen) gelangten nur ca. 90.000 Sodaten in Gefangenschaft. Generalfeldmarschall Paulus hätte als Oberbefehlhaber der 6. Armee den Tod von Tausenden Soldaten durch die Annahme des Kapitulationangebotes verhinder können. Er tat es nicht!

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