Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Geld kann man nicht essen

11.06.2019, Manfred Kruse, Schwerin

Im Jahre 2000 waren wir zu einer Rundreise u.a. auch in Kanada, dort fand ich in einem eher unscheinbaren kleinen Kiosk folgenden Spruch – auch noch in Deutsch »Erst wenn der letzte Baum gerodet der letzte Fluss vergiftet der letzte Fisch gefangen werdet Ihr feststellen dass man Geld nicht essen kann!« Weissagung der Cree. Wie wahr und das muss ich in Kanada finden! Ich hatte in einem Museum in Mecklenburg den Spruch »Seid ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere« gesehen, und lange darüber gegrübelt. Wie Recht Schopenhauer doch hatte. Was machen wir heute bloß mit unseren Mitbewohnern der Erde – und wir haben alle nur diese eine! Wir Menschen sind die größten Räuber, nicht die Tiere – auch wenn sie Wolf heißen. Nehmen wir also den Wolf, »weg damit, gleich alle Rudel abknallen«, oder der Nandu, »weg – abschießen – gehört nicht hierher«, der Kormoran, »abschießen, er frisst Fisch«, der Biber, »nach Herrn Backhaus entnehmen (d.h.töten)«, ganz schlimm der Gebrauch von Glyphosat! Warum wird das Gift bestritten? Warum wird darüber gestritten? Weil Finanz­interessen Vorrang haben vor Leben! Frage: wann zum Teufel begreifen wir (und setzen es auch durch) das nur wir dieses eine Leben, diese eine Erde haben und alles andere Gelaber ist? Ob ich es noch erlebe glaube ich kaum, mit ü 80 kann ich nur den Kindern und Enkeln wünschen, das sie so eine Welt vorfinden, auf der es lebenswert ist! Meine Frau und ich erfreuen uns (so gut es geht) jeden Tag an der Natur, und auch an jedem Tag an den Piepmätzen, die uns auf dem Balkon besuchen. Ein Appell an die Menschen.

Manfred Kruse, Schwerin

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