Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Geht’s noch?

25.01.2012, Ulf-Harry Kugelmann, Stralsund

 

Trotzig wie Kleinkinder beharrt ein Kreis von Uneinsichtigen seit Jahren auf „ihren Flugplatz“, obwohl sich bereits schon ca. 70 Kilometer weiter der nächste befindet

Gegenüber sachlichen Argumenten/ Empfehlungen gegen den Weiterbau u.a. vom Landesrechnungshof wird sich taub gestellt.

 

Daneben werden dann die Totschlagsargumente wie Schadensersatzforderungen und Rückzahlung von Fördermitteln aus der Schublade geholt.

Wie der Flugplatz nachhaltig rentabel betrieben werden kann und wo zusätzliche Fluggäste herkommen sollen, ist auch den Fachleuten der Verwaltung noch ein Rätsel.

Der Oberbürgermeister von Stralsund favorisiert die Einrichtung eines Solarparks auf dem Gelände des Oseeflughafens Barth-Stralsund, um gleichzeitig den Flugbetrieb zu sichern. Mit den „Gewinnen“ soll dann der weiterhin defizitäre Flugplatz „am Leben erhalten“ werden.

Nun hat sich auch noch der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung zu Wort gemeldet. Für ihn sei alles noch „offen“, da Vertragsverhandlungen mit einigen Bietern noch nicht abgeschlossen seien. „Zuletzt stirbt die Hoffnung!“

Ein Sprichwort der Dakota-Indianer lautet: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Völlig ausgeblendet wird, dass in Deutschland nur an 900 Stunden im Jahr Solarstrom, Windstrom an Land hingegen an 2.000 Stunden und auf See an 3.500 Stunden erzeugt wird.

2011 wurden 8,1 Mrd. Euro in die Förderung von Solarenergie investiert- das sind 41 Cent pro Kilowattstunde. Der Strombörsenpreis lag aber nur bei fünf Cent pro Kilowattstunde.

Strom aus Photovoltaikanlagen ist z.Zt. ca. viermal so teuer wie Windkraft an Land.

Folgender Satz aus einer Vorlage sollten sich zukünftige Generationen aber auf der Zunge zergehen lassen, schließlich „dürfen“ sie diese und andere Fehlentscheidungen einmal bezahlen: „Das Vorhalten einer anspruchsvollen Infrastruktur spiegelt sich im Haushalt in Form von Kosten wider“.

 

Übrigens, Stralsund schiebt z.Zt einen Gesamtschuldenberg von ca. 112 Mio. Euro vor sich her.

 

 

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