Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gedenkveranstaltungen 2015

03.02.2015, Dr. H. Bomke, Schwerin

Kaum hatte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, eine Einladung an den russischen Präsidenten Putin zur Teilnahme an der Gedenkfeier zum bevorstehenden 70. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkrieges vorgeschlagen, gab es Ablehnungen. Vertreter der CDU und der Linken bezeichneten den Vorschlag »unvorstellbar« bzw. »überraschend«. Es bleibt zu befürchten, dass es bei der Ablehnung bleibt. Die Aussöhnung mit dem Osten, für die sich der kürzlich verstorbene Altbundespräsident Richard von Weizsäcker eingesetzt hatte, war nach 1945 nie so tief gesunken wie gegenwärtig. In seiner historischen Rede zum 40. Jahrestag der Kapitulation vom 8. Mai 1945 setzte von Weizsäcker, der einst als Offizier der deutschen Wehrmacht gegen die Rote Armee gekämpft hatte, ein Ausrufezeichen über den Tag hinaus mit dem Satz »Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.« Dieser Aufruf ist heute aktueller als je zuvor, meine ich. Das Prinzip »Versöhnen statt spalten« muss wieder in der Politik gelten, insbesondere Rußland gegenüber, das bei der Zerschlagung des menschenverachtenden NS-Regimes den höchsten Blutzoll gezahlt hatte! Der 8. Mai 1945 war die militärische Niederlage Deutschland, aber zugleich der Tag der Befreiung vom System der NS-Gewaltherrschaft. Ohne die Antihitlerkoalition hätte Europa vor der Barbarei gestanden.

Dr. H. Bomke, Schwerin

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