Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gedanken zur Ukraine

29.08.2014, Peter Sattler, Ribnitz-Damgarten

Einst Seite an Seite gegen den deutschen Faschismus, nun erbitterte Gegner. Aber warum ist das so? Erinnern wir uns, fragen nach, wem es nutzt. Darauf kenne ich nur eine Antwort: Es nutzt dem Westen, der USA etc. Es geht um nichts anderes als Osterweiterung der Wirtschafts-, militär- und sonstigen Interessen, allen voran um Absatz- und Rohstoffmärkte. Ebenso, wie damals mit Ribbentrop-Molotov, als Deutschland vertragsbrüchtig wurde. Deutschland gierte nach dem Eisenerz aus Donezk, aber die Pläne zum Fall Barbarossa lagen bereits parat. Stehen die zerschossenen Güterwagern noch immer auf dem Bahnhof in Brest?

 

Die bis vor kurzem engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind und waren vor allem der USA ein Dorn im Auge. Die USA sah ihre Macht, sah ihren Kolonialstatus in Deutschland schwinden. Also mußte das Verhältnis irgendwie untergraben, gestört werden, und sei es um den Preis eines neuen kalten Krieges willen. Ich nehme weiterhin an, dass die inzwischen so ziemlich nutzlosen Kostenfresser Geheimdienste CIA, NSA etc neue Betätigungsfelder und Daseinsberechtigungen suchten. Was liegt da näher, als die klassische Methode, über ein Drittland zwischen den imaginären Fronten Zwietracht zu sähen. Wenn Zwei sich streiten, freut sich der...

Was in Kiew statfand ist und war für mich persönlich ein kalter Putsch. Kaum jemand weiß genau, warum der bis dahin amtierende, demokratisch gewählte Präsident Kutschma ins Exil geschickt wurde - gleichgültig ob er nun Reichtum auf Kosten der Nation gescheffelt hatte oder nicht. Erinnern Sie sich an dieses komische Konstrukt "orange Revolution" 2004 und an die damit verbundene Figur Timoschenko, von der man inzwischen nichts mehr hört. Sie wurde gezielt vom Westen zur Freiheitskämpferin stilisiert. War sie das wirklich? Mich würde mal interessieren, wieviel Dollars sie während ihrer Amtszeit ins Ausland transferiert hatte. Der Maidan in Kiew und diese seltsamen Lichtgestalten im Umfeld wurden als Legitimation des Westens, der EU betrachtet, im politischen Machtkampf in der Ukraine einzugreifen, weil der vorige Präsident einen wirtschaftlichen Anschluß an die EU abgelehnt hatte. Und das ist auch der Grund für das Eingreifen des Westens und der USA, auch der Grund für die Zahlungen der EU an die Konfliktparteien in Kiew. Es geht nicht um Menschenrechte oder gar den angeblichen Bankrott der Ukraine. Es geht um Osterweiterung. Es geht um Raffgier.

 

Die Ukraine ist bankrott? So bankrott, das man nicht einmal bereit war, das Gas zu bezahlen. Und die Russen lieferten weiter??? Die ersten Gäste in Kiew waren Vertreter des IWF. Sie waren sehr fix bereit, finanziell zu helfen, natürlich nicht ohne Gegenleistung. Wie diese aussehen sollen, kann man in Griechenland usw. beobachten. Erste Auflage war u.a. daß das Rentenniveau der berufstätigen Bevölkerung radikal reduziert wird. Typisch, zumal der IWF als USA-dominierte Einrichtung keine anderen (demokratischen) Lösungswege akzeptiert. Gleichzeitig durchsuchten Vertreter aus der Industrielobby das Land auf der Suche nach Rohstoffen, die es zu plündern gilt. Die Maidan-Protestanten sollten sich keinen Illusionen hingeben. Falls sie wirklich glauben, mit USA-EU-IWF etc. wird das Leben leichter, dann werden sie alle noch Ihre bittere Enttäuschung erleben. Enttäuschend war für sie zuerst, dass Ihr Anspruch, keinen Olligarchen an der Spitze sehen zu wollen, plötzlich dahin war. Nun haben sie einen Olligarchen - und was für einen. Einen Finanz- und Wirtschaftsmagnaten!

 

Die Friedensnobelpreisträger EU (2012) und B.Obama (2009) pokern sehr hoch. sie riskieren Handelsembargos und sogar militärische Konflikte. Diese komischen Preisträger rasseln mit Waffen. Wo ist der Witz an der Geschichte? Den Preis für dieses waffenklirrende Weltmachtsstreben bezahlen nicht jene Brandstifter, sondern wir alle, das einfache Volk. Väterchen Frost steht parat, uns allen das Zittern zu lernen. Wofür frage ich mich. Wozu sind auch die hiesigen "Qualitätsmedien" allzugerne bereit, mit Verlaub dummdreiste Propaganda in Form von "Putin-Versteher" und ähnlichen Unfug zu verbreiten. Warum fragen ausgerechnet jene "Freien Medien" nicht nach dem Verbleib der MH17-Flugschreiber und dessen Inhalt? Haben die etwas aufgezeichnet, was das dumme Volk nicht wissen darf? Statt dessen werden Kolonnen von bezahlten Postern und Schreibern losgeschickt, Ihre Sicht der "Wahrheit" unter das Volk zu streuen. Die gegenwärtige Hetzkampagne übertrifft die Kampagne gegen die Olympiade in Sotchi bei weitem. Und sie ist nicht weniger durchschaubar, lächerlich und verlogen, wie jene damals auch.

Mein Tip an den Reporter aus den USA: Wenn er nicht weiß, wie man eine Toilettentür öffnet, kann ich gerne aushelfen. Rambomethoden (lärmend die Tür eintreten) sind dazu unnötig. Ein Dreh am Knopf reicht völlig aus....

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