Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gedanken zum 1. Weltkrieg

06.08.2014, Anonym, Plau (Name dem Verlag bekannt)

Vor hundert Jahren begann der 1. Weltkrieg und beendete eine 43-jährige Friedensperiode in Europa. Anlass genug, darüber nachzudenken.

In einer Geschichtsstunde unserer Dorfschule wurde über die Ursachen diskutiert. Ein damaliger Junglehrer brachte es auf den Punkt indem er erklärte: Die wesentliche Ursache sei der Zusammenstoß der Imperialisten auf dem Weltmarkt gewesen, mit der Konsequenz eines Raubkrieges zur Neuaufteilung der Welt.

Dabei verhielten sich der deutsche und der österreichische Imperialismus am aggressivsten, wobei mit der habsburgischen Kriegserklärung an Serbien, die keineswegs begründet war, die Katastrophe begann. Nicht nur der dümmlich-arrogante deutsche Kaiser Wilhelm II schürte den Hass gegen andere Völker, auch von den Kanzeln der Kirchen und in den Schulen wurde Hass gepredigt.

Das Ergebnis ist bekannt. Es gab über zehn Millionen Tote und die Verlierer mussten Ländereien und Goldmark blechen. Nun kamen die deutschen Revanchisten auf den Plan und zettelten einen neuen Krieg an, der mit noch weit schlimmeren Folgen endete. Brecht schrieb dazu: Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig, nach dem zweiten noch bewohnbar, aber nach dem dritten nicht mehr auffindbar, womit er erneuten Bestrebungen einen Krieg herbeizuführen, auf seine Art kommentierte. Dies führt heute zwangsläufig zu der Frage, wie sieht es denn in der Welt aus? Ganz ernüchtert ist festzustellen: einerseits Überproduktion, andererseits Hunger, denn Autos können keine Autos kaufen. Um die Ressourcen an Rohstoffen und Wasser beginnen immer größere Kriege und Stellvertreterkriege, in denen wenig Rücksicht auf die Umwelt genommen wird. Kulturzentren und Wohnstätten werden mutwillig zerstört, sodass neben Tausenden Toten, Millionen Menschen auf der Flucht sind. Die apokalyptischen Reiter satteln bereits ihre Pferde. Es gibt kaum Hoffnung, noch Schrecklicheres zu verhindern.

Ich halte mir trotzdem den Blick frei, für die Ursachen. Nämlich egal, welcher kriegerischen Entwicklung wir machtlos gegenüberstehen, das Wesen der Misere hat zwei Hauptgründe. Erstens den globalen, expansiven Kapitalismus und zweitens dadurch bedingt, die Gier der Menschen, die bereits in unerträglichem Ausmaß durch Hass und Gewalt ihren Ausdruck findet. Religionen sind doch nur vorgeschobene Gründe, meint der deutsche Michel.

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