Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gedanken eines Zeitungsausträgers

11.11.2010, Karlheinz Schmidt

Es ist Ehrensache, dass bis 6 Uhr morgens die Zeitung in den Briefkästen der Leser steckt. Das bedeutet für mich, frühzeitig den Nachtschlaf abzubrechen, um den 6,5 km langen Laufweg quer durch die Steintor-Vorstadt zu bewältigen. Die Ruhe in der noch »schlafenden« Stadt und die noch angenehme Morgenluft entschädigen das frühe Aufstehen. Auch so mancher Frühaufsteher, der noch zu Fuß zur Arbeit eilt, erwidert den Morgengruß.

Nun zur Sache: Das Briefkastenangebot reicht vom Feinsten mit extra Zeitungsröhre bis hin zur Antiquität, in die nur ein Brief passt oder eine auf dieses Format gefaltete Zeitung. Nun auch das ist gewöhnungsbedürftig. Jedoch schlimmer steht es um den Zustand der Gehwege. Hier ist die Rostocker Stadtgeschichte noch erlebbar. Der Zustand hat ganze Stadtepochen überdauert. Die Rinnen und Furchen der LKWs, die in der DDR-Zeit die Kohlen angeliefert haben, sind fühl- und sichtbar. Am deut­lichs­ten verkörpert der Gehweg vor dem wunderschönen Kindergarten in der Augustenstraße die Vergangenheit und Gegenwart, Ziegelsteine aus Kaisers Zeiten, Gehwegplatten aus der DDR-Zeit (erkennbar an der Einsparung von Zement) und Verbundpflas­ter von der Wiedervereinigung wechseln ab mit blankem Boden. Toll was? Ein fühlbares Bild der Stadtgeschich­te!

Nun zum Schluss gibt es drei Möglichkeiten:

- Die Universität vergibt zwei Doktorarbeiten.

- Die Stadtverwaltung gibt eine Studie in Auftrag.

- Die Anlieger lassen sich was einfallen.

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