Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Gabriels gespaltene Zunge

29.02.2016, Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin

Natürlich hat Siegmar Gabriel den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn er sagt, die Menschen hätten das Gefühl, dass für alle anderen immer Milliarden da wären, aber für das eigene Volk nicht. Man könnte glauben, die SPD hätte endlich ihr soziales Gewissen wieder entdeckt, wäre sie nicht mit in der Regierung, und trägt alle Entscheidungen mit. Es scheint der Partei mächtig in die Glieder zu fahren, dass die Umfragewerte vor den Landtagswahlen, die SPD auf einer steilen Abwärtsbewegung sehen. Da scheint es angesagt, wie Luther es formulierte, dem Volk aufs Maul zu schauen, und so eventuell wieder zu punkten.

Wie ernst die Worte Gabriels gemeint sind, zeigte sich in der gleichen Sendung bei Maybrit Illner, wo er jede Kritik von Journalisten und anderen Gesprächsteilnehmern, in einer sehr schnodderigen Art abbügelte und die Politik der Koalition mit Vehemenz verteidigte. Ausdrücklich sprach er sich für Schäubles Haushaltspolitik der schwarzen Null aus. Es wird wohl sein Geheimnis bleiben, wie er einen Sozialpakt für das ganze Volk verwirklichen will, ohne Geld in die Hand zu nehmen. So bleibt am Ende nur wieder die Erkenntnis – es ist nur Wahlmanöver.

Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.