Mecklenburger Blitz Verlag

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G-20-Gipfel: Aufwand und Nutzen

10.07.2017, Wolfgang Mengel, Stralsund

Jedwede Gewalt hat dort nichts zu suchen und ist auf das Schärfste zu verurteilen. Wenn friedliche, aber doch sehr große Demonstrationen zu erwarten sind, ist das ein Beleg dafür, was viele Teile der Menschen von diesem politischen Spektakel halten. Es stellt sich die Frage nach Aufwand und Nutzen. Was Millionen kostet, die der Steuerzahler wieder vorhalten muss, bringt in den Abschluss nur „vage“ Festlegungen und „weiche“ Beschlüsse ein, wo selbst deren Umsetzung „im Dunkeln“ liegt. Wie kann man auch erwarten, dass sich die 20 Mächtigsten auch nur in einer Frage einig sind. Zu unterschiedliche Charaktere, ganz zu schweigen von der jeweiligen Interessenlage. Für mich steht die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Veranstaltung im Vordergrund. Die vergangenen Treffen sind auch nicht ohne Proteste abgelaufen. Haben die aktuellen Gastgeber das Sicherheitsrisiko bewusst in den Skat gedrückt? Das traurige konkrete Ergebnis zeigt, dass sie von der Richtigkeit ihrer jeweiligen Idee derart überzeugt sind, dass alles andere, was dagegen sprechen könnte, nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen wird. Der Gipfel als solcher hat gekostet, die Personenschäden auf beiden Seiten kosten und der angerichtete materielle Schaden wird nochmals in Millionenhöhe beziffert. Das ist das traurige konkrete Ergebnis, was in keinem Verhältnis zu den sogenannten „Übereinkünften“ steht. Jetzt ist, vor allem im Vorfeld der Bundestagswahlen, der Jammer groß, und jeder versucht, dem anderen dafür die Schuld zuzuweisen. Fazit: Kein Ergebnis, viele Trümmer (personell und materiell) und die wiederholte Erkenntnis, dass das ausgegebene und noch auszugebende Geld in anderen Bereichen wesentlich hilfreicher angelegt werden könnte.

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