Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Führerschein ab 17

10.03.2011, C. Müller, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Zu »Führerschein ab17 zeigt Erfolge«, 27. 02., Seite 2"
im Schweriner Blitz vom 06.03.2011

Den Führerschein für Siebzehnjährige sollte man nicht unter »schwachsinnige Einfälle« verbuchen, Fahrlehrer nicht unter Profiteuren dieser »Einfälle« vermuten und Jugendlichen nicht generell Raserei, Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum unterstellen. Auch nicht, wenn man sich durch diverse Meldungen dazu berechtigt fühlt. Es wird z.B. auch berichtet, dass Leute, die fünfzig Jahre und länger unfallfrei gefahren sind, plötzlich im Schaufenster landen oder Park- in Schrottplätze verwandeln, weil sie Brems- mit Gaspedal verwechselt haben. Wenn danach nicht alle Rentner ihr »Lenkblatt« abgeben müssen, ist das doch keinem schwachsinnigen Einfall zu danken! Deshalb bitte, Gehirn einschalten. Zumindest Fahrlehrer dürften wenig davon haben, wenn ihre Schüler ein Jahr jünger sind: Es werden in der Summe nicht mehr, denn wer schon mit 17 die Prüfung besteht, wird sie mit 18 nicht wiederholen. Ein siebzehnjähriger Autofahrer mit Führerschein birgt sicher weniger Gefahrenpotenzial als ein gleichaltriger ohne diesen, und im Auto hat er bessere Überlebenschancen als auf dem Moped, wenn der altgediente Veteran ihm die Vorfahrt nimmt, weil die Straße, aus der er geschossen kommt, früher immer die Hauptstraße war. Ausbildungs- und Arbeitsplätze liegen meist nicht gleich nebenan und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft kaum zu erreichen. Deshalb Daumen hoch für den Führerschein mit 17! Ich bin übrigens 68 und seit 51 Jahren Führerscheininhaber.

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