Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Freude über Einheit

12.11.2010, Erich Weber

... liegt nach einer Befragung von Professor Elmar Brähmer aus Leipzig bei älteren Bürgern der neuen Bundesländer nur bei 40 Prozent vor. Hauptgrund ist meiner Meinung nach das geringe Arbeitsplatzangebot, welches sich nach der Wende immer stärker einstellte. Fehlentscheidungen durch die Treuhand waren der Anlass. Außerdem leitete die Globalisierung einen inhumanen Arbeitslohn- und Sozialdumping ein. Rückbetrachtet überwog nach der Wende bei den meisten ehemaligen DDR-Bürgern der Optimismus, nach dem Motto: »Da müssen wir durch!«, bevor sich die Enttäuschung bei vielen einschlich! Bei allen heutigen Kümmernissen sollte man positive Veränderungen unserer maroden Vergangenheit in Wirtschaft, Altbauzustand und Versorgungsleitungen aller Art usw. anerkennen. Die Unzulänglichkeiten von damals resultierten u.a. durch die enorme Belastung durch Reperationsleitungen an die SU, das Fehlen einer ausreichenden Schwerindustrie, weil uns als Energierträger Steinkohle fehlte, bei den Hauptstrecken der Eisenbahn fehlte Jahrzehnte das zweite Hauptgleis usw. Trotz dieser Belastung waren verschiedene Sozialleistungen und Erfolge der Gleichberechtigung der Frau beachtlich. Dazu nur ein Beispiel: »Fast alle Frauen waren beschäftigt und standen in Lohn, nach dem Motto: »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« den Männern nicht nach; kostenfrei waren Kinderkrippen, -gärten und Horte. Anzahlmäßig waren geschätzt zehnmal mehr Kinder in Betreuung. Möglich war das nur, weil es vom Arbeiter bis zum Betriebsleiter zwar gewisse Unterschiede gab, aber nicht mit so großen Unterschieden von heute vergleichbar ist.« Eine objektive Beurteilung ist nur möglich, wenn man alle Belange in beide Richtungen einbezieht!

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.