Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus erfordern eine persönliche Stellungnahme

30.05.2018, Rudolf Hubert, 19055 Schwerin

Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus erfordern eine persönliche Stellungnahme

Erschrocken nehme ich in etlichen Leserbriefen zur Kenntnis, wie abstrakt die Frage der Fremdenfeindlichkeit und des Rechtsradikalismus in Deutschland abgehandelt wird. Wie schnell ist man mit Schuldzuweisungen bei der Hand und schiebt den sprichwörtlichen ‚Ball‘ hin und her zwischen den ehemaligen beiden deutschen Staaten. Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe im Schulunterricht, den ich übrigens gerne besucht habe, gelernt, dass die DDR mit dem Faschismus nichts zu tun hat. In der DDR wurde ja das Erbe alles Fortschrittlichen in der deutschen Geschichte bewahrt. In der imperialistischen BRD hingegen stellte sich die herrschende Klasse schützend vor alte und neue Nazis. Wie oft lese ich heute diese skurrilen, vereinfachenden und demagogischen Stellungnahmen leider auch in unseren Zeitungen?! Was ich nicht gelernt habe in der Schule der DDR war die Frage: Gab es in unseren Familien vielleicht auch Tendenzen zum Rassismus, zum Antisemitismus? Die guten Seiten deutscher Geschichte hat die DDR eh‘ für sich beansprucht und die schlimmen Seiten waren und sind ausschließlich Ergebnis von unüberbrückbaren Klassengegensätzen, die ja die DDR überwunden hat. Es war und ist diese Art von Verdrängung, von partieller Blindheit, die eine ehrliche Auseinandersetzung mit Radikalismus jeglicher Art verhindert – und verhindert hat!

Rudolf Hubert

19055 Schwerin

Jahnstr.13

 

 

 

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