Mecklenburger Blitz Verlag

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Folgen der Flüchtlingskrise

17.03.2016, R. Winkler, Schwerin

Wissenschaftler des renommierten Forschungszentrum für Generationsverträge der Universität Freiburg haben die fiskalischen Folgekosten der Flüchtlingskrise für Deutschland berechnet. Bei Annahme, dass bis 2018 ca. zwei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen und eine Integration in den Arbeitsmarkt innerhalb von 5 bis 10 Jahren gelingen könnte, so muss mit rund 900 Milliarden Euro Folgekosten für den Steuerzahler gerechnet werden. Diese Summe setzt sich aus expliziten und impliziten Staatsschulden zusammen. Bei den impliziten Schulden handelt es sich um zukünftige Verbindlichkeiten des Staates, also um Ansprüche der Bürger an die Renten-, Pflege-, Krankenversicherungen sowie zu erwartende Grundsicherungsansprüche.

Zunächst aber muss für die Integration der Flüchtlinge ein gewaltiger Kraftakt für Unterbringung, (Wohnungsbeschaffung, -neubau, -umbau, -sanierung, -einrichtung, …), Unterhalt (Betreuung, Kita, Hartz IV, Grundsicherung, …), Bildung (Sprache, Ausbildung, Umschulung, … - denn keineswegs sind nur gut ausgebildete Facharbeiter und Akademiker gekommen, vielfach sogar Analphabeten -), aber auch für Bewachung, Strafverfolgung, Abschiebung, ... vollbracht werden.

Erfahrungen früherer Einwanderungswellen haben gezeigt, dass 5 bis 10 Jahre vergehen bis diese Menschen effektiv in die sozialen Sicherungssysteme und Rentenkassen einzahlen werden. Und auch dann ist kaum davon auszugehen, dass dies über den normal kalkulierten Zeitraum von 45 Jahren praktiziert werden kann, denn wer jetzt schon älter als 30 Jahre ist, wird nicht noch die erforderliche Mindestzahldauer erreichen können. Unter diesen Prämissen ist zu erwarten, dass dem deutschen Staat jährliche Kosten in Höhe von 17 Milliarden Euro entstehen werden. Wir werden das bezahlen müssen – ob wir wollen oder nicht – sicherlich durch steigende Steuern und Abgaben, durch Neuverschuldungen, Streichung wichtiger Vorhaben der öffentlichen Hand, … ! Wie schrieb Heinrich Heine in seinem Gedicht Nachtgedanken so treffend: »Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht …« .

R. Winkler, Schwerin

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