Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Filmstoff Realität

17.01.2017, Martina Plischka, Plau am See

Angekommen im Jahr 2017, fühlt man sich, als sei man in einem Sciencefiction-Film der Hollywood-Drehbuchschreiber angekommen. Bester Filmstoff sozusagen: Milliardenschwere Privat-Unternehmen, die eigene Raketen ins Weltall schicken und die Besiedlung anderer Planeten planen und andererseits die Zerstörung unseres Planeten durch die blanke Gier. Pervers: Acht Menschen weltweit besitzen mitlerweile so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung zusammen! Andererseits Milliarden Menschen, denen jegliche existenzielle Grundlage fehlt. Nicht genug zum Essen haben und denen sauberes Trinkwasser nicht zur Verfügung steht, deren Fanggründe durch die Konzernfischerei leer gefangen werden. Andererseits die Profiteure: Konzerne, die durch die Hochseefischerei riesige Gewinne abschöpfen, die den Menschen die spärlichen Trinkbrunnen abgraben, damit diese ihr Wasser von diesem Unternehmen in Flaschen kaufen müssen. Unternehmen, die das Töten als Geschäft ansehen, mehr denn je satte Geschäfte mit dem Tod machen und Waffenhändler, die in allen Regionen dieser Welt für Nachschub sorgen. Wen verwundern dann noch die Flüchtlingsströme? Andererseits auch hierzulande immer mehr Menschen, denen immer weniger zum Leben bleibt. Einerseits der Westen, der all dies zulässt und mit seiner Politik noch unterstützt. Wen wundert eigentlich der Zorn von jungen Menschen, die an der Gerechtigkeit zweifeln und den falschen Weg für ihre Frustration und Wut suchen, indem sie das Töten als Lösung sehen? Andererseits westliche Politiker, die auf allen Kanälen das gleiche Lied plärren, von der Kampfansage gegen den Terrorismus.

Einerseits verzweifelte Wähler, die ausgerechnet die als Lösung ihres Problems ansehen, die eigentlich das Problem sind. Sonst wäre ein Donald Trump mit seiner milliardenschweren Ministerriege nie an die Macht gekommen. Da wären wir wieder bei den Superreichen, die Raketen zum Mars und sonst wohin schicken, vermutlich deshalb, damit sich die Auserwählten aufgrund ihrer besten genetischen Ausstattung nach dem Totalcrash auf einem anderen Planeten fortpflanzen können.

Was will die Menschheit eigentlich auf fernen Erden und in anderen Galaxien, wenn unser Planet dieses Geld und die Anstrengungen viel nötiger hat? Die Ölstaaten bewässern die Wüste, um darauf Golf spielen zu können oder für ihre Swimmingpools. Warum finden wir uns damit ab, dass ein ganzer Erdteil vor die Hunde geht, anstatt ihm zu helfen? Neueste Technik anwenden, ödes Land bewässern, da, wo kein Leben mehr existiert, neues entstehen zu lassen. Eine Utopie? Sicherlich nicht so irreal, wie die Besiedlung anderer Planeten. Für alle westlichen Staaten wäre es eine Win-Win-Situation, Millionen Jobs werden in den nächsten Jahren der neuen Robotertechnologie weichen. Demnach wir ein großer Teil der Bevölkerung arbeitslos. Die Menschheit hat der Natur den Krieg erklärt, warum befrieden wir sie nicht wieder und bekämpfen durch Rekultivierung, Bildung der Menschen dort die Fluchtursachen, indem wir diesen Kontinent wieder lebenswert machen? Nur soziale Gerechtigkeit ist der Schlüssel zum Frieden, das Gegenteil führt zwangsläufig zum totalen Krieg.

Martina Plischka, Plau am See

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