Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Fehleinschätzung

20.04.2012, M. Kaufmann
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Leserbrief »Was die Stadt voranbringt«"
im Rostocker Blitz vom 15.04.2012

Der Leserbrief des Herrn Frenker strotzt nur so vor Fehleinschätzungen. Sicherlich ist es richtig, von der Politik ein Nachdenken über das optimale Management der städtischen Unternehmen zu fordern. Allerdings sind die angesprochenen Beispiele dafür völlig ungeeignet.

Die RSAG macht ausgewiesen gute Arbeit. Gerade deshalb ist die Auslastung hoch und der kommunale Zuschuss im Vergleich mit anderen Städten eher niedrig! Wenn hier eine Reduzierung der Zuschüsse gefordert wird, dann geht das nur über schlechteren Service und schlechtere Verbindungen. Diese Wahrheit spricht Herr Frenker (als Autofahrer?) natürlich nicht aus. Und was die Vision »Stadtbahn« mit der heutigen Ertragslage der RSAG zu tun haben soll, bleibt mir schleierhaft.

Dann werden die Parkhäuser und Marinas kritisiert, die die WIRO über Tochtergesellschaften betreibt. Was ist daran falsch? Die WIRO sorgt für eine effiziente Organisation und die Stadt behält Einfluss auf Qualität und Preis. Ein rein privater Betreiber würde die Parkhäuser nur verlottern lassen und gleichzeitig die Preise weiter erhöhen. Und warum bitteschön sind WIRO-Gewinne um die 15 Millionen Euro »unvertretbar gering«? Sollte es nicht vielmehr so sein, dass alle Rostocker über ihre Steuern unser Gemeinwesen finanzieren und nicht die WIRO-Mieter allein?

Dann die »überflüssige« RGS: Rostock ist schön, viel schöner als vor 20 Jahren. Daran hat die RGS einen erheblichen Anteil. Zig Millionen Euro Fördergelder wurden für Rostock eingeworben und klug verbaut. Die östliche Altstadt – wunderbar! Die geschlossenen Baulücken in der Innenstadt – gelungen! Der neue Straßenring um Stadtmitte – funktioniert! Die RGS-Stadtteilbüros in »der Platte« – engagiert und bürgernah! Und all das soll jetzt »überflüssig« sein, weil am Kanonsberg ein bisschen Grünzeug nicht richtig angewachsen ist?

Zu guter Letzt das Amt für Stadtgrün: Vielleicht wären ansässige Unternehmen wirklich besser. Vielleicht. Sicher wären sie aber teurer, denn Mehrwertsteuer und Profit kommen oben drauf. Dafür zahlen diese ansässigen Unternehmen dann Hungerlöhne. Und das soll unsere Stadt voranbringen?

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