Mecklenburger Blitz Verlag

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Faschingsveranstaltung mit Misstönen

06.02.2012, Timo Matthias, Sundhagen

Am vergangenen Wochenende fand zum nunmehr 31.Mal die große Faschingsveranstaltung des Reinkenhäger Carneval Clubs (RCC) statt. Wie immer hatten die Clubmitglieder in den Monaten vor dem Großen Fasching mit viel Fleiß und Engagement ein attraktives und unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt, um sowohl dem treuen Stammpublikum als auch neuen Gästen des RCC ein Highlight in der an künstlerischen Höhepunkten nicht gerade verwöhnten ländlichen Sundhagener Gegend zu bieten.

Nachdem die öffentliche Generalprobe am Freitag, die traditionell von Mitgliedern der Volkssolidarität sowie von Bekannten und Verwandten der Clubmitglieder besucht wird, erfolgreich und harmonisch verlief, freuten sich alle auf eine „volle Hütte“ und tolle Faschingsstimmung am Samstag. Doch leider kam es anders. Zu Beginn der Veranstaltung (immerhin erst ab 21.00 Uhr) war der Saal der Sporthalle in Reinkenhagen gerade einmal zur Hälfte gefüllt. Die anwesenden Närrinnen und Narren waren aber gut gelaunt, so dass einer lustigen Party nichts im Wege stand. Während des Programms füllte sich der Saal zusehends mit jugendlichem, meist männlichem Publikum ohne die für eine solche Veranstaltung übliche Kostümierung. Diese Gruppe nutzte den Abend hauptsächlich, um sich selbst zu feiern und die Darbietungen des RCC massiv zu stören. Trotz wiederholter Appelle an diese Jugendlichen zogen sich die Störungen nicht nur bis zum Programm- sondern bis zum Veranstaltungsende gegen 03.30 Uhr hin, so dass eine entspannte Feieratmosphäre während des gesamten Abends leider nicht aufkam. Selbst nach Ende der Party versuchten etliche angetrunkene Unruhestifter erneut in die Sporthalle zu gelangen. Als ihnen der Zutritt verwehrt wurde, versuchten sie sich diesen gewaltsam mittels eines gußeisernen Fahrradständers zu verschaffen. Die Eingangstür hielt zwar stand, ist aber irreparabel beschädigt. Danach ging durch Flaschenwürfe eine Fensterscheibe zu Bruch, so dass sich die noch verbliebenen RCC-Mitglieder, die mittlerweile Angst um ihre Gesundheit haben mussten, keinen anderen Rat mehr wussten als die Polizei zu alarmieren. „Rechtzeitig“ vor Eintreffen der Funkstreife verließen die Rowdys den Tatort. Eine Anzeige wegen Sachbeschädigung wurde aufgenommen. Der angerichtete Schaden, zu dem auch noch eine eingetretene Toilettentür zählt, dürfte im vierstelligen Bereich liegen und den Carnevalsclub an die Grenzen seiner finanziellen Belastbarkeit bringen. Aber abgesehen vom materiellen Schaden wirkt bei allen Mitgliedern des RCC vor allem die Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft dieser Jugendlichen nach.

Der RCC wird sich in den kommenden Wochen und Monaten intensiv mit dem Erlebten auseinandersetzen und überlegen, ob (und wenn ja, wie) es mit dem Fasching in Reinkenhagen weitergeht. Denn eines ist gewiss: eine solche Faschingsveranstaltung möchte keines der RCC-Mitglieder nochmals erleben!

 

Im Namen des RCC

Timo Matthias

 

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