Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Falsche Anschuldigungen

13.01.2012, Hubertus Wunschik

Als parteiunabhängiger Bürgermeister habe ich offensichtlich die Kreise der alten Seilschaften gestört. Gleich nach der Wahl verkündete der Stadtvertretervorsteher, Herr Dr. Borchardt, in den städtischen Bekanntmachungen seinen Unmut darüber, dass die Kröpeliner einen Nicht-Kröpeliner gewählt hatten. Was für ein Demokratieverständnis! Das Votum für einen Wandel wur­de ignoriert. Statt einer sachlichen Diskussion zugunsten der Stadt wurden in der Stadtvertretung allzu oft eigennützige Interessen verfolgt. Der Konflikt wird über Diffamierungen, Verdrehungen von Tatsachen, Disziplinarverfahren und Strafanzeigen ausgefochten. Mit der Änderung der Hauptsatzung wurden wichtige Befugnisse des Bürgermeis-ters beschnitten und sein Amt öffentlich und gegenüber der Verwaltung demontiert.

Seit Monaten will man mir krampfhaft irgendetwas Unrechtmäßiges unterschieben. Ohne Erfolg. Jede gute Idee, die von mir kommt, wird torpediert – eben, weil sie von mir kommt. Erfolgreiche Projekte wie »Bürgerbus« oder »Schulsozialarbeit« werden nicht gewürdigt. Immer wieder spielt in den Anschuldigungen der Stadtvertreter die Kröpeliner Mühle eine Rolle. Fakt ist, dass das von mir favorisierte Nutzungskonzept, die »Versenkbare Mühle« zukünftig mit einer in Aussicht gestellten EU-Förderung als Treffpunkt für Jung und Alt zu nutzen, von der Stadtvertretung abgelehnt wur­de. Das Modellprojekt wäre unter Einbeziehung der Vereine vom Kreisjugendamt im Rahmen der Gemeinwesenarbeit unterstüzt worden. Bereits in der Umbauphase hätten arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene in betreute Umbaumaßnahmen einbezogen werden können. Stattdessen gibt es nun bis heute kein tragfähiges Konzept für die Mühle. Wie dieses Beispiel zeigt, wurden in der Vergangenheit immer wieder Tatsachen verdreht. Dabei ist festzuhalten, dass falsche Anschuldigungen durch ständiges Wiederholen nicht wahrer werden.

Auch die Rolle der drei Amtsleiter wird immer wieder angesprochen. Richtig ist, dass die Amtsleiter von mir zu Recht erwarten, dass ich mich bei Unstimmigkeiten schützend vor sie stelle. Und ich muss erwarten können, dass sie sich mir gegenüber loyal verhalten; das ist in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen. Nicht jedes Wort, das im Rathaus gesagt wird, ist dafür bestimmt, nach außen getragen zu werden. Das dürfen Angestellte in der freien Wirtschaft ja auch nicht. Der Bürgermeister ist der Vorgesetz­te der Amtsleiter, nicht die Stadtvertreter. Ich bin kein Statist, der nichts zu sagen hat, aber den Kopf hinhält, wenn etwas schief läuft.

Wenn die Kröpeliner Bürgerinnen und Bürger mir am Sonntag, dem 15. Januar, erneut ihr Vertrauen aussprechen und gegen die Abwahl stimmen (also »Nein« ankreuzen), werde ich mich weiterhin mit all meiner Kraft für eine positive Entwicklung der Stadt Kröpelin einsetzen.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.