Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Europäische Union, das sind wir

24.06.2015, Ute Steinhardt, Stralsund

Seniorenakademie 55plus Stralsund

Als Gruppe von 21 interessierten Mitgliedern der Seniorenakademie 55plus Stralsund, traten wir am 3. Juni 2015 eine Reise nach Brüssel an, um unser Wissen über die Arbeit der Europäischen Union und des Europäischen Parlaments zu erweitern und zu festigen. Die Motivation aller war riesig, die Erwartungen groß.

Wir hörten vielseitige, spannende Referate über die Arbeit der Mitarbeiter, aufgelockert vom Treffen mit dem Abgeordneten aus MV, Werner Kuhn und dem Abgeordneten aus Sachsen – Anhalt, Arne Lietz, die sehr unkompliziert über ihre Arbeit in den Ausschüssen berichteten und alle unsere Fragen locker, doch

inhaltsträchtig beantworteten.

Beim Ausschuss der Regionen wurde uns vermittelt, wie stark Europa in seiner Gesamtheit ist. Doch wie auch im Leben müssen die Starken den Schwachen Unterstützung geben, damit es im Ganzen voran geht.

751 Abgeordnete aus 28 Mitgliedsstaaten der EU tragen die Verantwortung, für mehr als 507 Millionen Menschen der Beitrittsländer, um für alle mehr oder weniger gerechte Entscheidungen zu treffen.

Besonders aufschlussreich war für uns als Gasthörer im gut gefüllten Parlamentssaal, einigen der schwierigen Abstimmungsprozesse zu folgen. Außerdem konnten wir noch einen Teil der Ausführungen der Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafterin der Volksrepublik China bei der EU miterleben, die als Nichtmitglied, auf der Grundlage der 40-jährigen diplomatischen Beziehung zur EU, über Innovation und Zusammenarbeit im digitalen Bereich berichtete.

Später hörten wir noch ein Referat des Herrn Owe Langfeld zum europäischen Datenschutz. Bei diesem

Thema wurde die Diskussion ziemlich kontrovers geführt. Ein heißes Eisen, auf nationaler und internationaler Ebene ausgewogene Entscheidungen zu treffen.

Sonja Schwarz, Mitglied des Sprecherteams der Europäischen Kommission, vertiefte auf anschauliche Weise, wie die Räder der mächtigen Schaltzentrale ineinander greifen, um das bestmögliche für alle beteiligten Länder und deren nachfolgende Generationen, heraus zu arbeiten.

Wir erhielten Hintergrundwissen zur Arbeit der Fraktionen und Ausschüsse. Ein meist langwieriger Prozess, von der ersten Einbringung, durch alle Ausschüsse, bis zum endgültigen EU-Recht. Seit der Ära des neuen Präsidenten, Jean Claude Juncker, gilt die Devise, - weniger reden, mehr handeln - sowie den europäischen Gedanken noch deutlicher nach Außen zu tragen.

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise, war der Besuch des Atomiums mit einer hervorragenden Führung. Das Wahrzeichen Brüssels, welches zur EXPO 1958, errichtet wurde, ist zum großen Teil für Besucher zugänglich. Mehr über diese Technik und Gestaltung zu erfahren, war faszinierend und sollte ein Muss für

jeden Besucher der Stadt sein.

Ebenso eindrucksvoll, war der Ausflug nach Waterloo mit seinem 200-jährigen kriegerischen Hintergrund. Auf solch historischem Boden zu stehen und einen Teil der Geschichte Europas nach zu empfinden, ist schon sehr beeindruckend.

Zum Abschluss, am letzten der intensiv erlebten Tage, stand noch ein Ausflug, zur europäischen Kulturhauptstadt 2015, nach Mons. Eine Stadt mit einem grandiosen Marktplatz, umgeben von Gebäuden verschiedener Zeitepochen, lässt noch den Geist van Gogh erahnen. Seine Erstlingswerke aus einer frühen

Schaffensphase, sind in einer Ausstellung im städtischen Museum zu sehen.

Brüssel beheimatet die Machtzentralen der EU und der NATO, sie war eine gute Gastgeberin. Eine coole, bunte, quirlige Stadt, voller Brüche und Widersprüche. Der überall zu vernehmende Sprachencocktail, vertieft auf anschauliche Weise, diesen Eindruck.

Neben der geistigen Nahrung, ließen wir uns auch von dem guten belgischen Bier und der köstlichen belgischen Schokolade verführen.

Es war lehr- und erlebnisreich in der Stadt, die von sich behauptet, den Jugendstil erfunden zu haben.

Einige kleine Widrigkeiten der Reise nehmen wir als gelebte Europäische Union schmunzelnd in Kauf. Man muss sich eben im Großen wie im Kleinen um Verständnis und Toleranz bemühen.

Merci, salut; Dank je, ajuus; Danke, tschüss!

Ute Steinhardt

 

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.