Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Es geht nicht nur ums Schiff!

13.02.2014, Michael Kaufmann, Rostock

Als Bürger unserer Stadt verfolge ich nun schon seit langem sehr interessiert die Auseinandersetzung um die Verholung des Traditionsschiffs in den Stadthafen. Mit großem Bedauern muss ich dabei immer wieder feststellen, dass es den Befürwortern einer Verholung ganz offensichtlich NICHT um das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum als Ganzes geht, sondern einzig und allein um den Schiffskörper der "Dresden". Ganz unverholen wird dabei als Hauptargument die "leere Kaikante" im Stadthafen genannt, die nach dem unrühmlichen Abgang der "Georg Büchner" entstanden ist.

Aber darf dies wirklich das Hauptkriterium für den Standort des künftigen maritim-technischen Museums der Hansestadt Rostock sein? Ich meine: Nein! Wer sich im IGA Park auskennt, der weiß, dass dort zahllose weitere Exponate landseitig ausgestellt werden, außerdem natürlich das Betonschiff und der "Lange Heinrich" an der IGA Pier. Sollen diese Objekte künftig nicht mehr gezeigt werden? Damit hätten wir ein amputiertes Museum. Oder sollen dafür tatsächlich die Freiflächen im Stadthafen genutzt werden? Dann müsste sich die Hanse Sail deutlich einschränken. Und was, wenn OB Methling sein Traumschloss Volkstheater im Christinenhafen durchsetzt? Dann bleibt für die Hanse Sail überhaupt kein Platz mehr! Und dabei reden wir noch nicht einmal über die Exponate, die zukünftig hoffentlich noch zum Museumsbestand hinzukommen!

Schlussfolgerung: Wem es wirklich um unser gesamtes maritimes Museum geht, und nicht nur um eine Belebung der Wasserkante im Stadthafen, der muss für einen Verbleib des Traditionsschiffes im IGA Park kämpfen. Das neue Parkkonzept bietet dafür eine sehr gute Grundlage, und mit entsprechenden Maßnahmen (Neubau, Parkplätze, Wegweiser) ist auch der Standort kein Problem - das zeigen uns doch das Darwineum oder Karls Erlebnishof jeden Tag! Und mein Vorschlag an alle, die sich an der leeren Kaikante im Stadthafen stören: wie wäre es, andere Schiffe zusätzlich als Dauerlieger für Rostock zu gewinnen, statt einen bestehenden Standort in unser Stadt zu plündern?

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.