Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

21.11.2017, Hartwig Niemann, Rostock

Seit 1996 werden die Farben Jamaikas folgendermaßen interpretiert:

• Grün steht für Hoffnung in die Zukunft und landwirtschaftlichen Reichtum (Die „Grünen“)

• Gelb (Gold) steht für das Sonnenlicht und den natürlichen Reichtum des Landes (Die FDP)

• Schwarz soll die Kraft und Kreativität des Volkes symbolisieren. (Die CDU und CSU)

Nichts von diesen symbolträchtigen Interpretationen der Jamaika-Farben ist in den wochenlangen Sondierungsgesprächen in der Jamaika-Runde Wirklichkeit geworden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Unterschiede sind so groß, dass man sich über das politische Palaver in dieser Runde nur noch an den Kopf fassen kann. Einer kommt sich immer wichtiger vor als der andere. Geht es eigentlich noch um Deutschland oder geht es immer nur um das Wohlwollen und politische Gedüse dieser Politiker zum Klimaschutz und über Migration? Dogmatischer geht es anscheinend nicht. Und was ist mit der NATO, wenn Europa jetzt eine eigene Armee aufbaut? Was ist mit den Atomsprengköpfen in Büchel? Was ist mit den ständigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr? Was ist mit dem Armutsbericht, der immer noch geschrieben werden muss? Warum wird Artikel 146 des Grundgesetzes nicht diskutiert und und und?

Und was ist mit „Rot“? diese Farbe fehlt in der Jamaika-Flagge. Sie fehlt aber nicht nur dort, sondern auch in der Jamaika-Runde der Sondierungsgespräche.

Diese Farbe wird auch dann nicht die Flagge Jamaikas symbolisieren, wenn der Parteivorsitzende der SPD Martin Schulz sich von seiner Kampfansage „Keine Große Koalition“ lossagt und umfällt. Noch sieht es zwar nicht so aus, aber die mahnenden Worte des Bundespräsidenten (ebenfalls „Rot“) dürften inzwischen auch in die Ohren von Martin Schulz und Andrea Nahles gedrungen sein. Warten wir ab, was daraus wird. Nur das eine steht für mich fest, auf eine eigene Diätenerhöhung müssen die 709 Abgeordneten wohl noch einige Zeit warten und einige von ihnen werden bei einer möglichen Neuwahl wohl überhaupt nicht mehr in diesen Genuss kommen.

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